JobCenter zur Festung ausbauen?

Im JobCenter Neuss ist eine Katastrophe passiert. Ein Kunde zückt  sein Messer und tötet seine Sachbearbeiterin. Das ist unendlich traurig. Die Zeitung sind voller Kommentare, die JobCenter müßten nun sicherer werden, es werden Barrieren in den Büros gefordert, Zugangskontrollen im Gebäude, Metalldetektoren wie auf den Flughäfen.

Liegt hier der Kern des Problems?Der Staat behandelt die Ärmsten der Armen viel zu schlecht. Sie werden mit Regelsätzen abgespeist, von denen sogar die Gerichte sagen, dass sie viel zu niedrig sind.  Sie werden durch eine Bürokratie gegängelt, deren Bescheide nicht einmal ich verstehen kann. Anträge, Zuständigkeiten, am Telefon keiner erreichbar ….

Als das Bundesverfassungsgericht entschieden hat, dass gerade die Kinder zu schlecht behandelt werden, wird mit dem Bildungs- und Teilhabepaket ein bürokratisches Monster geschaffen, das am Ende weniger Kindern als vorher ein sicheres und billiges Mittagessen beschert.

Und jetzt liegt es an der Sicherheit ?

Wohl kaum. Wir brauchen einen fairen Umgang mit den Ärmsten der Armen. Sie sind keine Verschiebemasse zur Sanierung der öffentlichen Kassen. Auch die Armen unserer Gesellschaft haben den Anspruch auf ein menschenwürdiges Leben. Sie brauchen auskömmliche Regelsätze, gute und freundliche Berater,  die gemeinsam Chancen suchen. Wenn das stimmt, stimmt auch die Sicherheit!

Über den Autor

Peter Krücker: als Sprecher des Vorstandes bin ich für alle Leistungen der Kölner Caritas der Letztverantwortliche. Gemeinsam mit meinem Kollegen Hubert Schneider bilde ich den Vorstand - bin sozusagen der Chef.

Was mich begeistert: Mut und Initiative, klare Worte und deutliche Meinungen. Ich habs gerne, wenn Leute die "Ärmel aufkrempeln" und anpacken statt ständig nur rumzureden. Und mich begeistern meine beiden Kinder. Mit den Kinderaugen sieht die Welt manchmal völlig anders aus - und das Leuchten in den Augen haben zu viele Menschen schon verlernt.

Was mich ärgert: Ungerechtigkeit ! Das regt mich auf und da muss jeder den Mund aufmachen! Und wenn der Mund nicht aufgemacht wird, macht sich jeder zum Teil der Ungerechtigkeit. Und was mich noch ärgert, ist nörgeln und meckern statt besser machen. Dumpfes Gerede ohne Inhalte, Reden ohne Wissen, worum es wirklich geht.

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