„Heuschrecken“ in Chorweiler

Bezahlbarer Wohnraum in Köln ist knapp. Auch die Finanzen der Stadt sind knapp. Anders lässt es sich nicht erklären, dass die Stadt Köln Entwicklungen im sozialen Wohnungsbau zulässt, die Wohnungen eher verkommen lässt, als sie für eine nachhaltige Nutzung mit Unterstützung ordentlicher Investoren zu sichern.

Neuestes Beispiel: Die für Januar geplante Versteigerung von 1200 Wohnungen in einem Hochhauskomplex im Zentrum von Chorweiler, der unter Zwangsverwaltung steht. Schon jetzt sind die Wohnungen und Häuser dringend sanierungsbedürftig. Es ist der Stadt nicht gelungen, ein Konzept zu entwickeln, diese Wohnungen für die dort lebenden Menschen langfristig nutzbar zu machen. Stattdessen ist davon auszugehen, dass die Wohnungen zum bloßen „Renditeprojekt“ verkommen, dass ein international agierender Investor herausholt, was noch herauszuholen ist – und die Mieter bald völlig auf dem Trockenen sitzen, oder vielmehr im Feuchten (Schimmel usw.). Das darf die Stadt sich nicht erlauben! Die Folgekosten werden immens sein!

Auf diese Art und Weise werden wir nicht dafür sorgen, dass Menschen in Köln gern leben. Im Gegenteil – die Bevölkerung wird schrumpfen – und die Stadtkassen werden es auch. Mit ihnen wird das Prestige Chorweilers weiter verschlechtert – und die Depression steigt.  Statt Traum vom Blick aus dem Hochhaus ins Grüne – fortgesetztes Trauma in Richtung sozialer Abstieg. Alle, die hierzu die Macht haben: setzt Euch zusammen, verhindert das!

Über den Autor

Monika Kuntze sorgt als Geschäftsfeldleiterin Integrations- und Familienhilfen für passgenaue Beratung und Angebote für Flüchtlinge, Zuwanderer, Kinder, Jugendliche und Familien.

Das begeistert mich: Begegnungen mit anderen Menschen, Kulturen und Religionen. Diese Vielfalt erlebe ich in unseren Caritas-Kitas, wenn die Kinder unabhängig von Vorurteilen miteinander spielen, wo das Miteinander, dass Verbindende im Vordergrund steht.
Diese Begegnungen bringen Vielfalt, vor allem aber bereichern sie.

Mich ärgert: Toleranz und Begegnung auf „Augenhöhe“, Globalisierung, soziale/kulturelle Vielfalt sind Herausforderungen unserer Zeit. Die Realität sind rechtsextreme, fremdenfeindliche und antisemitische Tendenzen. Junge Migrantinnen und Migranten erleben Diskriminierung in den Bereichen Schule, Ausbildung und Beruf, aber auch in Freizeit, Sport und im alltäglichen Leben.

Wir Christen müssen gemeinsam mit ihnen und vielen anderen in dieser wichtigen Frage Flagge zeigen und eine klare Position der Nachfolge Jesu in der Kölner Stadtgesellschaft beziehen. Alles ist in dem einen Satz zusammengefasst: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.