Familie als Zeitkiller?

„Was tun gegen Schulstress?“ Diese Überschrift zierte in Großbuchstaben die Ausgabe der Welt am Sonntag  vom 24. Februar 2013. Hinter der Überschrift verbarg sich, dass der Druck an den Schulen viele Familien an ihre Belastungsgrenze bringt. Am Pranger stand mal wieder das deutsche Bildungssystem. Den Hintergrund zu diesem Befund lieferte eine Studie vom Bundesfamilienministerium und der Konrad-Adenauer-Stiftung in Auftrag gegebene Studie mit dem Titel „Eltern – Lehrer – Schulerfolg“.
Nach Aussage der Welt am Sonntag kommt die Studie zu dem “alarmierenden” Ergebnis, dass „Mütter und Väter vor allem einen zunehmenden Leistungsdruck (monieren), der durch die Verkürzung der Gymnasialzeit in der letzten Zeit noch verstärkt worden ist.“ 
Auch der aktuelle Familienreport belegt, dass gerade erwerbstätige Väter und Mütter einen enormen Zeitdruck beklagen und sich auch besonders stark unter Erfolgsdruck setzen. Etwa 80 Prozent der Eltern sorgen  sich laut Report um den Schulerfolg ihrer Kinder. „Selbst in Schuld“, könnte eine Reaktion darauf lauten. Doch nicht alles können Familien allein schaffen. Sie brauchen gesellschaftliche Unterstützung und politische Rahmenbedingungen, die es ihnen ermöglichen, beide Lebensbereiche – Familienleben und Erwerbsarbeit – in ein Gleichgewicht zu bringen. Nicht zuletzt profitieren Kinder von entspannten Eltern.
Die Caritas setzt sich in diesem Jahr mit ihrer Kampagne „Familie schaffen wir nur gemeinsam“  besonders für die Anliegen und Belange von Familien ein. Wie Familien gefördert werden können, um starke Familien zu werden, dazu hat die Caritas sozialpolitische Positionen formuliert und lädt auf der Kampagnenwebsite jedermann zur Diskussion ein. Familie geht eben jeden etwas an!

Über den Autor

Dorothee Bodewein leitet den Leistungsbereich Integration und Beratung; ob es um Arbeitslosigkeit, Integration von Neuzuwandernden und Einwanderern, Überwindung von Armut und Verschuldungssituationen, sozialraumorientierte soziale Arbeit, die Kooperation mit Migrantenorganisationen, Antidiskriminierungsarbeit, interkulturelle Öffnung oder die Förderung bürgerschaftlichen Engagements geht, immer geht es darum, Menschen Perspektiven zu geben und gemeinsam mit ihnen nach Lösungen zu suchen.

Das begeistert mich...
... dass es Menschen gibt, die sich haupt- und ehrenamtlich für andere einsetzen, ihre Zeit schenken sowie ihr Wissen und Können einbringen, um ältere, alleinstehende, einsame, kranke oder fremde Menschen ein Stück ihres Weges zu begleiten, in ausweglosen Situationen Zuversicht, Perspektive und Anstoß zu geben.

Das ärgert mich ...
... wenn Menschen ausgegrenzt und in der Gesellschaft nicht wahrgenommen werden aufgrund Geschlecht, Hautfarbe, Nationalität, Alter, Behinderung, Gesundheit und Leistungskraft, Erfolg oder Misserfolg; ja, wenn Menschen ihr Recht auf Würde, freie Entfaltung, Chancengleichheit oder einfach anders zu sein, abgesprochen wird.

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