“Sieh mich an, hör mir zu!”

scheinen die Kinder und Jugendlichen uns zu zurufen, deren Porträts jetzt in der Ausstellung “Unsere Zukunft” in St. Michael am Brüsseler Platz zu sehen sind.
Tanja Anlauf, Sozialarbeiterin und Medienpädagogin bei der Caritas, hat zugehört und genau hingeschaut: Mit ihrer Kamera hat sie beeindruckende schwarz-weiß-Porträts von 100 Kindern und Jugendlichen an den unterschiedlichsten Kölner Plätzen geschaffen. Und sie hat mit den jungen Menschen über ihre Zukunftsvorstellungen, Sehnsüchte, Wünsche und Ängste gesprochen. Diese verdichten sich in ein, zwei Begriffen, die auf selbst geschriebenen Schildern in die Kamera gehalten werden.
Was wäre, wenn nicht nur im Rahmen einer Fotoausstellung Kinder und Jugendliche mit ihren Bedürfnissen ernst genommen werden und sich einbringen könnten?
Wie lebendiger und zukunftsorientierter würde sich unsere Stadtgesellschaft gestalten, wenn Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung regelmäßig das direkte Gespräch mit Kindern und Jugendlichen führen und nicht Entscheidungen über sie treffen würden, – in der vermeintlich besten Absicht.
Die Ausstellung bietet unmittelbare Einblicke in die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen und kann ein erster Schritt sein, genau hinzusehen und zu zuhören.
Ausstellungseröffnung ist am Donnerstag, 23. Mai um 18:30 Uhr im Beisein der Kinder und Jugendlichen in der Kirche St. Michael, Brüsseler Platz, Kölner-Innenstadt (bis 23.06.2013, Öffnungszeiten: Mo, Mi, Do, Fr 14.30 – 17:30 Uhr; Di 15:30 – 17:30 Uhr, anschließend Wanderausstellung an verschiedenen Orten)

Über den Autor

Marianne Jürgens,
Pressesprecherin und Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, sorgt dafür, dass die Stadt über die Caritasarbeit spricht.


Das begeistert mich:

Sobald Musik erklingt, gibt es kein Halten mehr: Ein Leuchten im Gesicht des 91-jährigen Herrn Schmitz. Herr Schmitz tanzt mit Rollator und Herr Schmitz tanzt mit dem 5-jährigen Jordi. So geschehen beim Caritas-Tanzprojekt „come 2 move – gelöste Grenzen“. Caritas und Kunst: Das berührt die Seele von 60 Teilnehmern aller Generationen mit und ohne Handicaps und von Zuschauern gleichermaßen. Wunderbare Wege der Sozialarbeit...


Zu meinem Ärger:

Die gesellschaftliche Realität macht nicht vor der Kirchentür halt. Der Fall einer gekündigten Leiterin eines katholischen Kindergartens in Königswinter, die nach der Trennung von ihrem Mann in einer neuen Beziehung lebt, ist nur einer von vielen. Sind Katholiken beim Arbeitgeber Kirche angestellt, werden solche Lebensbrüche direkt zur Existenzfrage. Und der Kirche gehen menschlich kompetente, engagierte und angesehene Mitarbeitende verloren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.