Menschen mit Beeinträchtigungen passen, wie wir alle, in keine Schublade.

Über Inklusion in Kitas und Schulen sprechen alle. Aber was kommt danach, wie sieht es mit der selbstverständlichen Teilhabe von Menschen mit Einschränkungen in Ausbildung und Beruf aus?
Diesem Thema widmete sich der Frühjahrsempfang des Caritasverbandes Köln und der katholischen Fachverbände SkF, SKM, IN VIA und Malteser am 20. März im Domforum. Rund 200 Gäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Kirche waren der Einladung gefolgt.

Offenheit, Mut und Vertrauen sind bei Arbeitgebern und Trägern erforderlich, um Menschen mit sozialen, körperlichen oder seelischen Beeinträchtigungen zu beschäftigen. „Auch wir selbst als Arbeitgeber müssen uns hier weiterentwickeln. Diese Offenheit wünschen wir uns auch bei anderen Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung.“ erklärt Caritas-Vorstand Peter Krücker in seiner Ansprache.

Dass sich ein solches Engagement für alle Beteiligten auszahlt, zeigte ein Filmbeitrag, in dem Menschen mit Handicaps begleitet werden. Sascha Backes zum Beispiel ist aufgrund seiner geistigen Behinderung bei der Caritas Wertarbeit (früher Caritas Werkstätten) beschäftigt und arbeitet seit einigen Jahren auf einem Außenarbeitsplatz in der Sünner Brauerei. „Ein Traumjob“, wie er sagt, „vorher in den Werkstätten war es mir oft zu langweilig, hier bin ich richtig gefordert.“ Seine liebste Beschäftigung ist das Fahren mit dem Gabelstapler. Begleitet wird seine Tätigkeit durch regelmäßige Besuche einer Sozialarbeiterin des Caritasverbandes, eine Sicherheit für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen. Auch Daniela Görtz, die als Langzeitarbeitslose in das SkF-Projekt Casa Blanca aufgenommen wurde, ist froh, sich wieder an einen regelmäßigen Tagesrhythmus gewöhnen zu können.

„Menschen mit Beeinträchtigungen passen, wie wir alle, in keine Schublade. Wir brauchen daher ein effizientes, zeitgemäßes und flexibles Fördersystem, das auf die individuellen Kompetenzen der leistungsgeminderten Menschen ausgerichtet ist. Passgenaue und praxisorientierte Qualifizierung muss dabei die Messlatte sein. Nicht die Menschen müssen sich anpassen, sondern umgekehrt.“ fordert Peter Krücker.

Mit welcher Begeisterung Menschen mit Einschränkungen ihre Aufgaben ausfüllen, wenn ihnen etwas zugetraut wird, davon konnten sich die Gäste des Frühjahrsempfangs selbst überzeugen. Den Service mit Getränken und Imbiss übernahmen Beschäftigte mit Behinderung der Caritas Wertarbeit.

Über den Autor

Marianne Jürgens,
Pressesprecherin und Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, sorgt dafür, dass die Stadt über die Caritasarbeit spricht.


Das begeistert mich:

Sobald Musik erklingt, gibt es kein Halten mehr: Ein Leuchten im Gesicht des 91-jährigen Herrn Schmitz. Herr Schmitz tanzt mit Rollator und Herr Schmitz tanzt mit dem 5-jährigen Jordi. So geschehen beim Caritas-Tanzprojekt „come 2 move – gelöste Grenzen“. Caritas und Kunst: Das berührt die Seele von 60 Teilnehmern aller Generationen mit und ohne Handicaps und von Zuschauern gleichermaßen. Wunderbare Wege der Sozialarbeit...


Zu meinem Ärger:

Die gesellschaftliche Realität macht nicht vor der Kirchentür halt. Der Fall einer gekündigten Leiterin eines katholischen Kindergartens in Königswinter, die nach der Trennung von ihrem Mann in einer neuen Beziehung lebt, ist nur einer von vielen. Sind Katholiken beim Arbeitgeber Kirche angestellt, werden solche Lebensbrüche direkt zur Existenzfrage. Und der Kirche gehen menschlich kompetente, engagierte und angesehene Mitarbeitende verloren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.