Flüchtlingskinder und -jugendliche bei „Ferien zu Hause“

Ferien zu Hause 1Die GOT Elsaßstraße veranstaltete in Kooperation mit der Pfarrgemeinde St. Severin und der Lebenshilfe e.V. vom 29.06 – 17.07. 2015 ein Ferienprogramm, an dem acht Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 7 und 14 Jahren mit Flüchtlingshintergrund teilnahmen. Sie kamen aus den Flüchtlingswohnheimen in der Vorgebirgstraße, dem Severinswall, der Rheinaustraße und der Koblenzer Straße. Die Teilnehmerbeiträge wurden vom Förderverein der GOT bzw. dem Caritasfond der Pfarrgemeinde übernommen. In der großen heterogenen Gruppe – Kinder aus dem „Veedel“, Kinder von Mitarbeiter/innen des Caritasverbandes, Kinder mit Behinderungen, Kinder aus den unterschiedlichsten sozialen Milieus – fanden sie sich unterschiedlich zurecht.

Ferien zu Hause 3Gerade zwei Kinder aus Syrien, die nach einem mehrjährigen Fluchtweg erst wenige Monate in Deutschland sind und weitere Kinder mit afrikanischem Hintergrund, waren für alles Neue offen, integrierten sich und schlossen Freundschaften. Mit Begeisterung erlebten sie z.B. Ausflüge in ein „Spieleland“ oder zum „Outdoortraining“ und nahmen die Spiel- und Sportangebote vor Ort wahr.

Kinder aus dem ehemaligen Jugoslawien, die der Roma-Minderheit angehören und inzwischen zu den „Stammbesuchern“ des Jugendzentrums gehören, waren eher zurückhaltend, wollten tendenziell eher unter sich bleiben oder waren stark auf die ihnen bekannten Betreuer/innen fokussiert. Trotz der Tatsache, dass im Vorfeld des Ferienprogrammes weitere „Roma-Kinder“ bzgl. ihrer Teilnahme angesprochen wurden, gelang es nicht, eine verbindliche Anmeldung zu organisieren.

Ferien zu Hause 2Durch die hohe Heterogenität der Gruppe haben die Kinder und Jugendlichen interessante Einblicke bekommen und neue Freundschaften geknüpft. Der Kontakt zu den Kindern aus den Flüchtlingswohnheimen führte zu wertvollen Begegnungen und Gesprächen und war für alle Kinder und Jugendlichen sowie für das Mitarbeiterteam eine wichtige Erfahrung. Gegenüber den Kindern mit Behinderungen gab es keinerlei Berührungsängste.

Ein Gastbeitrag von Markus Heuel, Leiter der GOT Elsaßstrasse

Über den Autor

“Gast” ist das Profil unserer Gast-Autorinnen und Gast-Autoren, die für taufrische Geschichten von vor Ort sorgen. Denn egal ob von vorbildlichen Jugendprojekten oder schwierigen Teenagern, von Missständen in der Pflege oder rührenden Begegnungen im Altenheim, von Flüchtlings-Diskriminierung oder einer Willkommenskultur: Die Caritas-Mitarbeitenden in den verschiedenen Zentren, Einrichtungen und Projekten erleben die Spanne zwischen Freud und Leid täglich hautnah. Aus diesem Grund berichten in unserem Blog immer wieder Mitarbeitende der vielfältigen Caritas-Geschäftsfelder unter dem Profil “Gast”.

2 Kommentare zu “Flüchtlingskinder und -jugendliche bei „Ferien zu Hause“

  1. Sehr anschaulicher Bericht! Ich habe ihn bei Facebook im Freiwilligenzentrum mensch zu mensch gepostet, weil viele Ehrenamtliche und Freiwillige so einen Einblick bekommen, wie fachliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aussehen kann. Danke!

  2. Das ist Inklusion im weiten Wortsinn! Erfreulich, dass hier nicht nur etwas für Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingseinrichtungen geschieht, sondern dass es um ein Miteinander geht.
    Als Verantwortliche für die ehrenamtliche Caritasarbeit in der Pfarrei St. Severin bin ich dankbar für die Spendenfreude vieler Menschen in der Gemeinde, die es ermöglicht, dass wir die Teilnahme von einigen Kindern und Jugendlichen an diesem guten Programm finanzieren können.
    Sehr gut finde ich, nicht zu verhehlen, dass nicht immer alles “easy” ist.
    Wohltuend auch, dass am Ferienprogramm auch behinderte Kinder teilgenommen haben – das wird neben der wichtigen und nötigen Unterstützung von Kindern aus Flüchtlingseinrichtungen nach meiner Erfahrung manchmal vegessen.
    Schön, dass die GOT in meiner Heimatgemeinde St. Severin liegt!

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