Flüchtlingsprotest in Massenunterkünften

Vielleicht denken manche, warum beschweren die sich denn? Hauptsache, sie haben ihr Leben gerettet und sind in Sicherheit.
In den letzten beiden Tagen war in den Zeituneng von Flüchtlingsprotesten in Kölner Massenunterkünften zu lesen. “Wir brauchen ein besseres Leben.” und “Wir vermissen unsere Familien.” In der Turnhalle am Niehler Kirchweg in Köln-Nippes sind 200 Männer, überwiegend aus Syrien, untergebracht. Sie berichten, dass beispielsweise nur fünf WC’s zur Verfügung stehen und sie bis zu einer Stunde anstehen müssten. Die Tage sind endlos trist, weil sie nicht arbeiten dürfen.

Es geht eben nicht nur darum , ein Dach über dem Kopf und Essen zur Verfügung zu stellen. Für eine würdevolle Unterbringung braucht es ein Konzept, Strukturen, Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten. “Wir wollen nicht nur essen und schlafen, sondern arbeiten – wir können etwas leisten und sind alle friedliche Leute.” zitiert der Kölner Stadt-Anzeiger in der Ausgabe von heute einen der Flüchtlinge.

Wir als Caritas Köln setzen uns mit aller Kraft bei Politik und Verwaltung für einen menschenwürdigen Umgang und Unterbringung der Flüchtlinge ein. Wir fordern, dass die Unterbringung in einer Massenunterkunft, wenn überhaupt notwendig, auf wenige Tage begrenzt ist. Wir fordern Unterstützung bei der Integration in den Arbeitsmarkt. Flüchtlinge müssen sofort arbeiten und auch Deutsch lernen dürfen. Das Verharren im Nichtstun über Monate und manchmal Jahre führt zu Resignation, gesundheitlichen Problemen und erschwert die Integration.

Über den Autor

Marianne Jürgens,
Pressesprecherin und Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, sorgt dafür, dass die Stadt über die Caritasarbeit spricht.


Das begeistert mich:

Sobald Musik erklingt, gibt es kein Halten mehr: Ein Leuchten im Gesicht des 91-jährigen Herrn Schmitz. Herr Schmitz tanzt mit Rollator und Herr Schmitz tanzt mit dem 5-jährigen Jordi. So geschehen beim Caritas-Tanzprojekt „come 2 move – gelöste Grenzen“. Caritas und Kunst: Das berührt die Seele von 60 Teilnehmern aller Generationen mit und ohne Handicaps und von Zuschauern gleichermaßen. Wunderbare Wege der Sozialarbeit...


Zu meinem Ärger:

Die gesellschaftliche Realität macht nicht vor der Kirchentür halt. Der Fall einer gekündigten Leiterin eines katholischen Kindergartens in Königswinter, die nach der Trennung von ihrem Mann in einer neuen Beziehung lebt, ist nur einer von vielen. Sind Katholiken beim Arbeitgeber Kirche angestellt, werden solche Lebensbrüche direkt zur Existenzfrage. Und der Kirche gehen menschlich kompetente, engagierte und angesehene Mitarbeitende verloren.

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