Wir sind vorbereitet

IMG_Schlafkoje eingerichtetDer Caritasverband übernimmt zusammen mit dem Malteser Hilfsdienst die Betreuung und Versorgung der Flüchtlinge in der Unterkunft Luzerner Weg in Köln Mülheim. Gemeinsam stellen wir uns der großen Herausforderung den Menschen eine gute Betreuung zu bieten, aber auch den enormen logistischen Aufwand der Versorgung zu bewältigen.

Auf dem Grundstück wurde eine Notunterkunft für Geflüchtete errichtet. Sie besteht aus sechs eingeschossigen Leichtbauhallen, von denen fünf der Unterbringung dienen und eine als Speise- und Aufenthaltsraum genutzt wird. Die Außenanlagen befinden sich noch im Bau. Geplant sind  u.a. ein Kinderspielplatz, ein Bolzplatz sowie Sitzbänke.

Die Belegung der Unterkunft erfolgt  sukzessive. Insgesamt sollen dort – verteilt auf die 5 Hallen – bis zu 400 Personen untergebracht werden. Die ersten 28 Personen sind gestern eingezogen. In den kommenden 2-3 Wochen werden dann nach und nach die ersten beiden Hallen belegt werden.

Die fünf Hallen für die Unterbringung bieten Schlafplätze in so genannten „Schlafkojen“, abgetrennten Abteilen mit Tür, die jedoch nach oben hin offen sind.  Die Kojen sind mit Betten, Schränken und Sitzgelegenheiten ausgestattet und bieten je nach Größe Platz für   4-6 Personen. Damit ist ein Mindestmaß an Privatsphäre geschaffen, aber Raum für  ein „normales“ Leben bieten diese Unterkünfte nicht. Es gibt zum Beispiel keine Möglichkeit zu kochen. Die Versorgung  erfolgt zentral und die Mahlzeiten werden in der Speisehalle eingenommen.

Für die Betreuung der Geflüchteten  wurden 11 neue SozialarbeiterInnen eingestellt, die in der Zeit zwischen 7.00 und 21.00 Uhr und an den Samstagen vor Ort sein werden. Jede Halle hat einen Multifunktionsraum, in dem Beschäftigungs,- und Gruppenangebote durchgeführt werden. Er dient als Ort für Gesprächskreise und Sprachkurse. Die Kinder müssen in Kitas und Schulen integriert werden. Da dies aus unserer Erfahrung heraus nicht so schnell umzusetzen ist und gerade die Kinder dringend eine sinnvolle Beschäftigung brauchen, sind wir aus dem Jugendbereich der Caritas drei Mal wöchentlich  mit einem Spielebus vor Ort und bieten ein vielfältiges Spiel- und Sportprogramm.

Wir können nur im Verbund sinnvolle Angebote durchführen und haben schon wertvolle Unterstützungsangebote von der Bezirksjugendpflege, der Jugendeinrichtung St. John  und dem Stadtteilbüro Stammheim erhalten. Die Katholische Grundschule und die Kirchengemeinde in der direkten Nachbarschaft haben uns Räume angeboten, die wir dringend benötigen, um  weitere Aktivitäten anbieten zu können. Besonders freuen wir uns über die vielen Freiwilligen, die sich gemeldet haben und unsere Arbeit gerne unterstützen möchten.

Es ist geplant, einen Arbeitskreis mit allen Beteiligten zu bilden, den Sozialarbeitern der Unterkunft, dem Interkulturellen Dienst, einem  Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes, dem Sozialraumträger, Mitarbeitern der Träger, die Angebote im Stadtteil bzw. für die Unterkunft durchführen, wie auch 1-2 Ehrenamtskoordinatoren bzw. Sprechern der Willkommensinitiativen. Hier soll es um eine Vernetzung der verschiedenen Akteure im Sozialraum rund um die Unterkunft gehen, sowie um einen Austausch über Angebote für die Unterkunft. Welche Angebote sind bereits im Sozialraum vorhanden und können genutzt werden? Welche Bedarfe haben die Bewohner der Unterkunft? Wie kann die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt gestaltet werden? Mit diesen und weiteren Fragen wird sich der Arbeitskreis beschäftigen und gemeinsame Antworten und Lösungen entwickeln.

Der viel zitierte Satz von Angela Merkel „Wir schaffen das“ trifft im „Kleinen“ in der direkten und unmittelbaren Arbeit mit Geflüchteten nachvollziehbar und konkreter  zu.

Wir freuen uns über weitere Interessenten, Ehrenamtliche und auch andere  Akteure aus Stadtteil für die Betreuung der Geflüchteten.

Ansprechperson: Monika Kuntze, 0221 98577 413

Über den Autor

Monika Kuntze sorgt als Geschäftsfeldleiterin Integrations- und Familienhilfen für passgenaue Beratung und Angebote für Flüchtlinge, Zuwanderer, Kinder, Jugendliche und Familien.

Das begeistert mich: Begegnungen mit anderen Menschen, Kulturen und Religionen. Diese Vielfalt erlebe ich in unseren Caritas-Kitas, wenn die Kinder unabhängig von Vorurteilen miteinander spielen, wo das Miteinander, dass Verbindende im Vordergrund steht.
Diese Begegnungen bringen Vielfalt, vor allem aber bereichern sie.

Mich ärgert: Toleranz und Begegnung auf „Augenhöhe“, Globalisierung, soziale/kulturelle Vielfalt sind Herausforderungen unserer Zeit. Die Realität sind rechtsextreme, fremdenfeindliche und antisemitische Tendenzen. Junge Migrantinnen und Migranten erleben Diskriminierung in den Bereichen Schule, Ausbildung und Beruf, aber auch in Freizeit, Sport und im alltäglichen Leben.

Wir Christen müssen gemeinsam mit ihnen und vielen anderen in dieser wichtigen Frage Flagge zeigen und eine klare Position der Nachfolge Jesu in der Kölner Stadtgesellschaft beziehen. Alles ist in dem einen Satz zusammengefasst: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“

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