Fachtag Sozial im Netz – Interview mit Keynote-Speaker Raul Krauthausen

photography © Esra Rotthoff 2013 www.esrarotthoff.com

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Am 24.01.2017 veranstalten wir gemeinsam mit dem Diözesan-Caritasverband Köln und der Hochschule Düsseldorf den Fachtag „Sozial im Netz – Die Zukunft der Sozialen Arbeit ist digital!“ (Jetzt anmelden! www.caritas-fachtag.de) Neben Workshops und Best-Practice Beispielen erwarten die Besucherinnen und Besucher des Fachtages spannende Key-Notes mit Prof. Felix Stalder und Netzaktivist und Kommunikationswirt Raul Krauthausen. Im Interview spricht Raul Krauthausen über großartige sozial-digitale Projekte, die Rolle der Caritas im Netz und wichtige Rahmenbedingungen für den erfolgreichen Einsatz von Social Media:

1) Welche Hürden konntest Du dank des Internets und der dort vernetzten Menschen überwinden?
Meine Motivation war und ist, Berührungsängste zwischen Menschen mit Behinderung und Menschen ohne Behinderung zu überwinden. Im Netz zählt nur der Inhalt und nicht, wie jemand aussieht.

2) Welches sozial-digitale Projekt hat Dich in den letzten Jahren am meisten beeindruckt?
Es gibt viele großartige Projekte, hier nur ein paar Beispiele: arbeiterkind.de ist ein Portal, in dem sich Kinder aus Arbeiterfamilien gegenseitig unterstützen, zum Beispiel zu studieren.
“Die Mädchenlandschaft” ist ein ganz spannender politisch-feministischer Blog.
“touch down 21” porträtiert Menschen mit Trisomie 21. Und die republica ist eine großartige Veranstaltung, die Projekte und Akteure aus dem sozialen und politischen Bereich zusammenbringt.
(Anm. Marianne Jürgens: Eine der vielen empfehlenswerten Aktivitäten im Netz von Raul Krauthausen selbst ist sozialhelden.de)

3 ) Welche Rolle spielen Institutionen wie die Caritas aus Deiner Sicht bisher bei den Entwicklungen im Netz?
Bisher noch eine kleine, geringe Rolle. Im Netz ist es wichtig, authentisch zu sein, Personen funktionieren besser als Marken, und Caritas ist vor allem eine Marke. Außerdem gibt es diese “Freigabekultur” in Institutionen, das dauert alles viel zu lange, bis ein Text oder Post freigegeben ist und zum Beispiel auf Facebook erscheint und verliert auch seine Authentizität. Social Media lebt aber durch den Moment, es ist wichtig, spontan und flexibel zu reagieren.

4 ) Welche einfachen (digitalen) Maßnahmen können Institutionen, Mitarbeiter und Ehrenamtliche umsetzen, um das Netz zu einem besseren zu machen?
Erst einmal müssen die Rahmenbedingungen stimmen: Social Media kostet Geld, egal welches Projekt man macht. Es braucht Ressourcen, Personen und Zeit. Das lässt sich nicht eben mal mitmachen.
Institutionen machen oft den Fehler, Social Media nur als Plattform zu nutzen, über die eigene Botschaften gesendet werden. Das ist nicht nutzerzentriert, im Netz muss man auch zuhören und dorthin gehen, wo die Leute sind.
Ich halte auch eine Regionalisierung im Netz bei der Caritas für problematisch, da findet eine gewisse “Kannibalisierung” statt. Es fehlt eine klare Social Media-Strategie für die Caritas insgesamt.

5) Was erhoffst Du Dir als Ergebnis des Fachtags “Sozial im Netz”?
Mich interessieren die Erfahrungen, die Best Practice-Beispiele, die dort vorgestellt werden und die Frage, was diese Social Media-Projekte in der Sozialen Arbeit erfolgreich macht. Und was ich daraus lernen kann.

Jetzt für den Fachtag „Sozial im Netz“ am 24.01.2017 anmelden!

Über den Autor

Marianne Jürgens,
Pressesprecherin und Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, sorgt dafür, dass die Stadt über die Caritasarbeit spricht.


Das begeistert mich:

Sobald Musik erklingt, gibt es kein Halten mehr: Ein Leuchten im Gesicht des 91-jährigen Herrn Schmitz. Herr Schmitz tanzt mit Rollator und Herr Schmitz tanzt mit dem 5-jährigen Jordi. So geschehen beim Caritas-Tanzprojekt „come 2 move – gelöste Grenzen“. Caritas und Kunst: Das berührt die Seele von 60 Teilnehmern aller Generationen mit und ohne Handicaps und von Zuschauern gleichermaßen. Wunderbare Wege der Sozialarbeit...


Zu meinem Ärger:

Die gesellschaftliche Realität macht nicht vor der Kirchentür halt. Der Fall einer gekündigten Leiterin eines katholischen Kindergartens in Königswinter, die nach der Trennung von ihrem Mann in einer neuen Beziehung lebt, ist nur einer von vielen. Sind Katholiken beim Arbeitgeber Kirche angestellt, werden solche Lebensbrüche direkt zur Existenzfrage. Und der Kirche gehen menschlich kompetente, engagierte und angesehene Mitarbeitende verloren.

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