Pflege vor der Bundestagswahl – alles geregelt?

Viele Themen prägen den aktuellen Wahlkampf zur Bundestagswahl 2017: Zuwanderung und Flüchtlingspolitik, Digitalisierung, Ausbau der Infrastrukturen, Bildung, Rentenpolitik, Verkehrspolitik und Umweltschutz.
Die Fragen der Pflege und die Zukunft der Pflegeversicherung scheinen gelöst worden zu sein!? Und in der Tat kann die scheidende Bundesregierung mit dem Bundesgesundheitsminister Gröhe und dem früheren Staatssekretär Laumann anzuerkennende Leistungen nachweisen. Mit den Pflegereformen aus den PSG 1 bis 3 wurde mittelfristig die Finanzierung der Pflegeversicherung gesichert und die ambulante Pflege und Versorgung wirksam verbessert. Auch wurde eine zukunftsorientierte Pflegeausbildung, wenn auch mit Schwächen in der Finanzierung und offenen Fragen der Umsetzung der gemeinsamen Ausbildung von Kranken- und Altenpflege, immerhin auf den Weg gebracht.
Aber ist damit alles getan? Oder gibt es noch wichtige offene Fragen, der sich eine neue Bundesregierung, gleich welcher Couleur zeitnah nach der Wahl annehmen muss?
Aus meiner Sicht gibt es diese offenen und drängenden Fragen, die ich konkret benennen und mit klaren Forderungen verbinden kann:

Weiterlesen

DISKUSSIONSPAPIER ZUM KOMPROMISS DER KOALITIONSFRAKTIONEN ZUM PFLEGEBERUFEGESETZ

BERLIN, MAI 2017
DEUTSCHER CARITASVERBAND
DIAKONIE DEUTSCHLAND – EVANGELISCHER BUNDESVERBAND
DEUTSCHER EVANGELISCHER KRANKENHAUSVERBAND (DEKV)
DEUTSCHER EVANGELISCHER VERBAND FÜR ALTENARBEIT UND PFLEGE (DEVAP)
KATHOLISCHER KRANKENHAUSVERBAND DEUTSCHLANDS (KKVD)
VERBAND KATHOLISCHER ALTENHILFE IN DEUTSCHLAND (VKAD)

Caritas und Diakonie sowie ihre Fachverbände in der Kranken- und Altenhilfe begrüßen, dass der vor über einem Jahr begonnene Gesetzgebungsprozess durch den Kompromiss der Regierungsfraktionen wieder aufgenommen wird. Der Kompromiss sieht vor, dass Auszubildende zwischen einer generalistischen Pflegeausbildung mit dem Abschluss Pflegefachfrau/-mann und den Ausbildungszweigen ab dem 3. Jahr mit einem spezialisierten Berufsabschluss zur Altenpfleger/-in oder Kinderkrankenpfleger/-in wählen können. Allein die zukünftige generalistische Pflegeausbildung qualifiziert zur professionellen Pflege in allen Arbeitsbereichen der Pflege und über alle Lebensphasen hinweg. Sie ist und bleibt auch allein auf EU-Ebene anerkannt. Caritas und Diakonie, die mehr als die Hälfte der Ausbildungskapazitäten in Deutschland stellen, bewerten nach wie vor allein die generalistische Pflegeausbildung als zukunftsorientiert und stehen mit guter Erfahrung für diese Ausbildung.

Folgende Aspekte sind aus Sicht von Caritas und Diakonie zur Umsetzung der Gesetzesintention zwingend erforderlich:

Die Berufsbezeichnung Pflegefachfrau/-mann steht für die generalistische Ausbildung; daher sollte der Ausweis von Vertiefungseinsätzen ausschließlich im Zeugnis und nicht in der Berufsbezeichnung erfolgt, da er nur eine individuelle Schwerpunktsetzung innerhalb der Ausbildung ausdrückt, die ohne Auswirkung auf die Fähigkeit zur Berufsausübung ist.

Die im Gesetzesentwurf vorgesehene Ausweisung von vorbehaltenen Tätigkeiten in allen Arbeitsfeldern ist ein wesentlicher Teil der Pflegeberufereform für die
generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau/-mann. Die vorbehaltenen Tätigkeiten sollten sich bei den laut Kompromiss vorgesehenen zunächst noch gesondert zu erhaltenden Berufsabschlüssen der Altenpflege und der Kinderkrankenpflege auf das jeweils angestrebte Arbeitsfeld beschränken (Pflege alter Menschen bzw. Pflege von Kindern und Jugendlichen).

Die Auszubildenden müssen eine tatsächliche Wahlfreiheit haben, für welchen Abschluss sie sich entscheiden. Es ist daher sicherzustellen, dass in den ersten zwei Ausbildungsjahren alle relevanten Ausbildungsbereiche durchlaufen werden. Es sollte keine (Vor-)Festlegung des angestrebten Berufsabschlusses im Ausbildungsvertrag erfolgen.

Die sechs Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes vorgesehene Evaluation der Verteilung der Ausbildungsabschlüsse muss sich auf alle Auszubildenden beziehen. Eine Begrenzung der Zählung der Abschlüsse auf diejenigen, die ihr Anstellungsverhältnisses später im Bereich der Alten- und Kinderkrankenpflege wählen, verfälscht das Ergebnis. Wählen diese Auszubildenden (bewusst) eine Schule für die theoretische Ausbildung, die ausschließlich die generalistische Pflegeausbildung anbietet, so ist auch dieses als eine Entscheidung zu werten, die in die 50-Prozent-Quote einfließen muss.

Zielgruppe als auch Curriculum einer Pflegeassistenzausbildung unterscheiden sich grundsätzlich von einer auf drei Jahre angelegten Fachkraftausbildung. Die Prüfung zur Pflegeassistenz sollte daher ausschließlich als Option für Auszubildende möglich sein, welche die Ausbildung nicht zu Ende führen (können). Eine bundeseinheitliche eigenständige zweijährige Pflegeassistenzausbildung ist neben der dreijährigen Pflegeausbildung einzuführen. Sie muss Zugang zur Fachkraftausbildung bieten.

Die Neuausrichtung der Pflegeberufereform mit drei unterschiedlichen Abschlüssen und innerhalb der generalistischen Pflegeausbildung mit Schwerpunktsetzungen erfordert einen hohen logistischen Aufwand der Pflegeschulen und Träger der praktischen Ausbildung. Diese müssen in geeigneter Form unterstützt und die dadurch ausgelösten Mehrkosten finanziert werden.

Es geht voran…….

Im Sommer 2015 zogen wir aus um das „alte St.Bruno“ zu räumen und den Umbau des Caritas-Altenzentrums in Köln-Klettenberg zu beginnen. Ziel ist es, das aus den 80er Jahren stammende Gebäude so zu verändern, dass es heutigen und zukünftigen Anforderungen der Pflege und Betreuung entspricht. Im wesentlichen beinhaltet das Sanierungskonzept die folgenden Ziele:

1. Ergänzung des rein „stationären Pflegeangebotes“ um die Ergänzung von seniorengerechten Wohnungen und eine Tagespflege
2. Veränderung der klassischen Pflegestruktur aus „Pflegestationen“ für 40 Bewohner/innen zu einer Struktur von kleineren stationären Hausgemeinschaften für je 15 Bewohner/innen
3. Auflösung der zentralen Versorgungskonzepte mit Zentralküche und Großwäscherei zu dezentralen Angeboten, mit einer Cafeteria und Wohngruppenküchen
4. Reduzierung von ehemals 161 Pflegeplätzen (in überwiegend Doppelzimmern) zu 105 persönlichen Einzelzimmern mit eigenem Duschbad mit voller Rollstuhl- und Behindertengerechtigkeit

Hierzu wurde das alte Hauptgebäude komplett entkernt, um eine Bauachse erweitert und ein Staffelgeschoß aufgesetzt. Es ist nun noch zwar ein knappes Jahr bis zum Einzug der ersten Bewohner/innen und der Eröffnung des Hauses, aber aus Sicht des Menschen, der diese Planung von Anfang an begleitet und mit gesteuert hat, sind wir nun in der letzten Etappe angekommen. Seit 2006 läuft die Planung, Vorbereitung, Genehmigung und nun auch Umsetzung des Projektes. Und nun rückt der Abschluss in sichtbare Nähe.

Es macht wirklich viel Freude, zu sehen, wie das, um das man ringt, plant, streitet und kämpft, nun konkrete Formen annimmt. Und in 2018 wird das Ganze dann auch mit Leben gefüllt!

Wofür steht der 27. Januar?

Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar ist in Deutschland seit 1996 ein bundesweiter, gesetzlich verankerter Gedenktag.
Millionen von Menschen fielen einer wahnsinnigen Ideologie des Faschismus zum Opfer. Menschen wurden erniedrigt und verfolgt; wegen ihrer Rasse, wegen ihrer politischen Überzeugung, wegen ihres Glaubens und auch wegen ihrer Behinderung!
Damit müssen wir uns am 27.01.2017 also auch an die systematische Tötung von Menschen mit Behinderung im 3. Reich erinnern: „Die grausame Ideologie der Nationalsozialisten von „lebensunwertem Leben“ darf sich nie mehr wiederholen.“ Unter der NS-Herrschaft fielen Schätzungen zufolge 300.000 Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen „Euthanasie“-Morden zum Opfer. Außerdem wurden mehr als 350.000 Menschen auf der Grundlage des NS-Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses zwischen 1933 und 1945 zwangsweise sterilisiert. Der Sitz der Behörde für das Mordprogramm befand sich in einer Villa in der Berliner Tiergartenstraße 4, der „Zentraldienststelle T4“. Im September 2014 wurde dort ein Gedenkort eröffnet, an dem sich heute die interessierte Öffentlichkeit zum mahnenden Gedenken trifft. Der Gedenkort ist mit Informationstafeln in leichter Sprache ausgestattet um Menschen mit Behinderung niedrigschwellig den Zugang zur Geschichte der NS-Zeit zu ermöglichen. „Menschen mit Behinderung, deren Angehörige und die Einrichtungen und Dienste für Menschen mit Behinderung müssen mitten in der Gesellschaft stehen, damit immer bewusst bleibt: nur über die Vielfalt gelingen Demokratie und Inklusion und wird Gewalt gegen vermeintlich „Andere“ verhindert“, betont Johannes Magin, Vorsitzender des Bundesverbandes Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e.V.
Diese Erinnerung ist heute, in Zeiten eines wachsenden und spürbaren Extremismus von Rechts, von Populismus und Religionsfanatismus wichtig wie lange nicht mehr! Jedes Leben ist wertvoll! Jeder Mensch ist Einzigartig! Kein Mensch steht über einem Anderen! Nächstenliebe, nicht Verachtung, müssen unser Leitbild sein!

Wenn der Rheinländer zum Migranten wird……..

Mittendrin und nicht nur dabei! Leben in den Caritas-Wohnhäusern!

Mittendrin und nicht nur dabei! Leben in den Caritas-Wohnhäusern!

In einer internen Datenanalyse hat der Landschaftsverband Rheinland erhoben, wie viele Menschen mit Herkunft aus dem Rheinland mit einem Leistungsbescheid/Bewilligungsbescheid in stationären Einrichtungen der Eingliederungshilfe außerhalb des Rheinlandes wohnen, weil in deren Heimat kein passendesstationäres Angebot zur Verfügung steht. Durchschnittlich sind jährlich ca. 3.300 Menschen außerhalb des Rheinlandes untergebracht, zumeist im Bereich Westfalen-Lippe oder den angrenzenden Bundesländern Rheinland-Pfalz und Hessen.
Also werden über 3000 Menschen aufgrund Ihrer Behinderung gezwungen, aus Ihrer Heimat abzuwandern, Kontakte zu Angehörigen oder Freunden zu verlieren und sich in einer fremden und unbekannten Umgebung einfinden zu müssen. Eigentlich ein Fall für einen Diskriminierungsbeauftragen!?
Das ist ein Missstand, über den in der Öffentlichkeit und Politik kaum einmal gesprochen wird. An anderer Stelle würde ein ähnlicher Umstand sicher Betroffenheit und Empörung hervorrufen. Warum wird dieser Umstand aber nun hier so hingenommen oder verschwiegen? Weiterlesen

Ende der Generalistik?

War es das mit der Generalistik? Aus der Unionsfraktion kommt eine Blockadehaltung gegen das von CDU-Gesundheitsminister Gröhe mitentworfene Gesetz. Medienberichten zufolge steht die Reform der Pflegeausbildung auf der Kippe – mehr denn je. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, sollten bei einem Treffen in der nächsten Woche eigentlich die Mitglieder der Unionsfraktion zu einer gemeinsamen Linie finden. Das wurde abgesagt. Zudem sei Vermittlungsgespräch mit Minister Gröhe, an dem auch Fraktionschef Volker Kauder teilgenommen hatte, gescheitert.
Zuletzt hatte der Verband der privaten Pflegeanbieter (BPA) die geplante Reform scharf kritisiert und den Befürwortern vorgeworfen, sie hantierten mit falschen Zahlen.
Scharfe Kritik am einer integrierten Pflegeausbildung übte auch der Direktor des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung, vor allem mit Blick auf die aktuellen Vorschläge von Teilen der CDU, nach 2 gemeinsamen Ausbildungsjahren diese im 3. Jahr doch wieder zu einer Fachspezialisierung im Abschluss zu führen.
Der Deutsche Caritasverband befürwortet nach wie vor die Zielsetzung eines einheitlichen Berufsbildes mit gemeinsamen Abschluss, die doch als Ziel auch im Koalitionsvertrag der Regierung so beschrieben war. Der Präsident des Caritasverbandes in Deutschland Peter Neher sieht in der gemeinsamen Ausbildung von Kranken- und Altenpflege einen wichtigen Baustein in der Zukunft der Pflege.
Diese Diskussion zeigt, dass hier nach wie vor keine Einigkeit besteht, wie denn der richtige und zukunftsorientierte Weg in der Pflegeausbildung zu beschreiten ist. Und mit Blick auf die Restlaufzeit der großen Koalition, darf man inzwischen wohl davon ausgehen, dass die angekündigte große Reform vermutlich gar nicht mehr kommen wird!
Ich persönlich wäre da ja sogar ganz froh, da ich mich immer klar für eine Beibehaltung der beiden Ausbildungsberufe in Altenpflege und Krankenpflege ausgesprochen habe. Warum? Weil die Pflege alter und besonders demenzkranker Menschen sich fundamental von der kurativen und diagnostischen Arbeit der Krankenpflege unterscheidet. Und dafür sind auch 2 spezielle Ausbildungsabschlüsse sehr sinnvoll.

Veränderungen

Nach guten 5 Jahren Bauzeit, die wie jede „Baustelle“ geprägt war von Lärm, Störungen, Ärger, Stress und anderen Dingen, wie man ja eigentlich gar nicht jeden Tag haben will, durch die man aber wohl durch muss, wenn man etwas schöner machen will, ist es nun bald soweit: Das gute alte Gut Pisdorhof erstrahlt in neuem Glanz!
Dort wo seit über 900 Jahren ein altes ritterliches Gut in Köln-Ossendorf steht, und wo die Caritas 1978 das erste Wohnhaus in Köln für Menschen mit Behinderungen errichtet hat, endet eine große und umfängliche Sanierungsmaßnahme. Da mussten alle eine lange Zeit eine Menge aushalten.
Und nun ist es geschafft. Dies feiern wir in der kommenden Woche am 29. September mit einer offiziellen Einweihungsfeier.
Davor lag ein langer Weg: Als ich vor 10 Jahren den Auftrag durch den Vorstand des Caritasverbandes erhielt, ein Zukunftskonzept für den Pisdorhof zu entwickeln, ging man davon aus, dass diese Zukunft eigentlich hieße, gar keine Zukunft zu haben: Der „Standort“ sollte geschlossen werden, alle Bewohner in ambulante Wohnformen umsiedeln. Stationäre „Heime“, die braucht man doch gar nicht mehr!? Hiermit waren nicht nur große Sorgen der Mitarbeitenden um ihre berufliche Zukunft verbunden, sondern auch massive Ängste der Bewohner, die teilweise schon seit fast 30 Jahren in „ihrem Gupi“ lebten und auch weitere leben wollten.
Bei genauer Betrachtung der Situation wurde dann klar: Auch bei einem massiven Ausbau ambulanter Angebote gibt es einen Bedarf nach stationären Wohnformen für Menschen mit Behinderungen in Köln. Sicher bedarf es in Zukunft auch hier nicht mehr und zusätzlicher Angebote, aber sicher doch neben bezahlbaren und behindertengerechten betreuten Wohnungen, auch weiterhin ein vernünftiges Maß stationärer Angebote. Es gab und gibt zunehmend mehr hochbetagte Menschen mit Behinderungen, oder auch Menschen, die wegen massiver Einschränkungen sehr umfängliche Hilfen benötigen um in Selbstständigkeit leben zu können. Klar war aber auch, dass diese stationären Angebote einen anderen Charakter haben müssen, als frühere Einrichtungen. Statt langer Flure mit Doppelzimmern und Etagenbädern, ein Leben n Einzelzimmern in Wohngemeinschaften für 8 oder 9 Menschen. Statt einer zentralen Versorgung mit Zentral- oder Waschküchen, eine selbstbestimmte Gestaltung der Hauswirtschaft mit Gruppenküchen und eigenen Waschmaschinen. Statt umgewandelter Kellerräume echte Mehrzweckräume für die Gestaltung der gemeinsamen Freizeit. Eben keine Anstalten, sondern echte WOHNhäuser!
Heute war ich im Gut Pisdorhof um vor der großen Feier noch mal „nach dem Rechten zu sehen“. Und ich war total begeistert, nicht weil uns die Umsetzung so gut gelungen ist (bin ja öfters auf der Baustelle gewesen), sondern darüber wie ehrlich freudig und stolz mich eine ganze Reihe von Bewohnern begrüßt haben und mir Teile „Ihres neuen Gut Pisdorhofes“ zeigten. Das hat mich echt bewegt.
Und ich bin dann mit dem Gefühl gefahren „da hat sich der ganze Ärger, Lärm, Dreck und Stress doch echt gelohnt“! Ich freue mich auf das Fest nächste Woche!
wp_20160920_09_04_12_pro

Ein neuer Skandal! Bitte noch mehr Kontrollen? Bitte nicht!

Nach den Berichten über systematischen Abrechnungsbetrug bei Pflegediensten hatte Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) Vertreter von Pflegeverbänden, Bundeskriminalamt und gesetzlicher Krankenversicherung in sein Ministerium eingeladen, um über das weitere Vorgehen zu sprechen. Recherchen des Bayerischen Rundfunks und der Welt am Sonntag hatten gezeigt, dass den deutschen Sozialkassen durch Betrügereien von russischen Pflegediensten ein erheblicher Schaden entstanden ist. Unter anderem sind in der ambulanten häuslichen Pflege Leistungen abgerechnet worden, die gar nicht erbracht wurden. Derzeit geht man von einem Schaden in Höhe von etwa 1 Milliarde Euro aus, der hier den deutschen Sozialkassen beigebracht wurde.
Das schlimme hieran ist, dass hier offensichtlich ein Betrug gelaufen ist, in dem sich Versicherte und kriminelle Pflegedienste zusammen eine Masche erdacht haben, Gelder zu erschleichen und sich diese dann zu teilen.
Nein, es waren diesmal keine Heimbewohner in Pflegeheimen, die misshandelt oder weggesperrt wurden! Und es waren auch keine Menschen, die in Ihrer Wohnung durch mangelnde Fürsorge ambulanter Pflegedienste verwahrlosten!
Nein, hier wurde durch ausländische Kriminelle ein System systematisch abgezockt, dass eigentlich dazu dienen soll, Pflegebedürftigen zu Hause oder in Heimen eine würdige Pflege zu ermöglichen. Das ist der eigentliche Skandal. Weiterlesen

Versuchter Totschlag an der Altenpflege

In der vergangenen Woche hat das Bundeskabinett von Frau Merkel den Entwurf zu einem neuen Pflegeberufsgesetz beschlossen. Bei aller gemeinsamen öffentlichen Euphorie von Politik und Berufsverbänden sage ich hier: „Das geht in die Hose!“ und habe dabei den Eindruck „einsamer Rufer“ zu sein.
Meiner Meinung nach wird nun aus den drei bewährten Berufen Alten-, Kranken- und Kinderpflege ein vermeintlich neues Berufsbild kreiert, tatsächlich aber vielmehr die Krankenpflegeausbildung überarbeitet, die beiden eigenständigen Berufsbilder der Altenpflege und Kinderpflege aber „getötet“. Praktisch ist dies das Ende der eigenständigen Altenpflege.
Caritas_Köln_376x264x4c Korrektur 1Mumps ist nicht Demenz und Scharlach nicht Depression: Krankheiten des Alters unterscheiden sich von denen eines Kindes. Und besondere Anforderungen an Umgang und Empathie zu den jeweiligen Lebensphasen eines Menschen sind auch nicht wegzureden. Es bleibt ein Unterschied ein krankes Kleinkind oder einen dementen Älteren zu betreuen.
Deshalb ist die bisher unterschiedliche Ausbildung des Personals absolut sinnvoll. Weiterlesen

Sterbebegleitung ist Lebenshilfe

Die aktuelle Diskussion zur Sterbebegleitung wird nicht nur im Zusammenhang mit neuen Gesetzen geführt. Die derzeitigen Beratungen und Anhörungen im Deutschen Bundestag zu Hospiz- und Palliativgesetz sind daher bedeutsam und die katholischen Verbände sind hieran beteiligt.

Es ist nicht nur deshalb notwendig, dass wir uns gesellschaftlich, innerkirchlich, aber auch jeweils persönlich mit dem Thema „Tod und Sterben“, aber auch der Sterbebegleitung und der Sterbehilfe auseinandersetzen und einen begründeten Standpunkt finden. Weiterlesen