Ein neuer Skandal! Bitte noch mehr Kontrollen? Bitte nicht!

Nach den Berichten über systematischen Abrechnungsbetrug bei Pflegediensten hatte Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) Vertreter von Pflegeverbänden, Bundeskriminalamt und gesetzlicher Krankenversicherung in sein Ministerium eingeladen, um über das weitere Vorgehen zu sprechen. Recherchen des Bayerischen Rundfunks und der Welt am Sonntag hatten gezeigt, dass den deutschen Sozialkassen durch Betrügereien von russischen Pflegediensten ein erheblicher Schaden entstanden ist. Unter anderem sind in der ambulanten häuslichen Pflege Leistungen abgerechnet worden, die gar nicht erbracht wurden. Derzeit geht man von einem Schaden in Höhe von etwa 1 Milliarde Euro aus, der hier den deutschen Sozialkassen beigebracht wurde.
Das schlimme hieran ist, dass hier offensichtlich ein Betrug gelaufen ist, in dem sich Versicherte und kriminelle Pflegedienste zusammen eine Masche erdacht haben, Gelder zu erschleichen und sich diese dann zu teilen.
Nein, es waren diesmal keine Heimbewohner in Pflegeheimen, die misshandelt oder weggesperrt wurden! Und es waren auch keine Menschen, die in Ihrer Wohnung durch mangelnde Fürsorge ambulanter Pflegedienste verwahrlosten!
Nein, hier wurde durch ausländische Kriminelle ein System systematisch abgezockt, dass eigentlich dazu dienen soll, Pflegebedürftigen zu Hause oder in Heimen eine würdige Pflege zu ermöglichen. Das ist der eigentliche Skandal. Weiterlesen

Schwarze Schafe in der Pflege – Wie steht es um das Image in der Ambulanten Pflege?

Gestern war das Thema in allen Medien. Auch in Köln stehen 18 von insgesamt 140 Pflegediensten unter Verdacht, die Sozialkassen um insgesamt 600.000€ betrogen zu haben. Die meisten Mitarbeitenden dieser Pflegedienste sind aus Osteuropa. Ich erinnere mich, dass dieses Thema nicht neu ist und bereits vor vier Jahren darüber berichtet wurde. Ist damals nichts passiert, um Betrug in diesem Ausmaß vorzubeugen? Bietet die Abrechnungspraxis Schlupflöcher für Pflegedienste mit betrügerischen Absichten? Und schlägt jetzt auch unserer Ambulanten Pflege im Caritasverband Misstrauen entgegen? Leidet das Image, frage ich mich als Verantwortliche für die Öffentlichkeitsarbeit.

Ich spreche mit unserer Leiterin der Ambulanten Dienste, Maria Hanisch: Sie ist froh, dass solche kriminell agierenden Pflegedienste zur Rechenschaft gezogen werden. Denn sie schaden natürlich allen Weiterlesen

Ein Projekt wird Realität

Die Vision: Ein deutschlandweiter Azubi-Blog. Echte Einblicke in den Arbeitsalltag und in die Ausbildung eines Pflegeazubis. Im Digital- Labor sollte diese Idee Wirklichkeit werden
An zwei Tagen August 2015 wurde aus der Idee ein Konzept gemacht.
Berliner Azubis der Caritas waren dafür als Experten ihres Fachs von Anfang an mit an Bord. Wie soll so ein Azubi-Blog aussehen? Was möchten Azubis über ihren Beruf und ihre Ausbildung mitteilen? Unter welchen Kategorien oder Formaten sollen Themen erzählt werden? Und wie bringen wir Andere dazu, mitzumachen? Bei der Ideensuche in Kleingruppen und auf der Suche nach Inspirationen im Netz fanden wir erste Antworten auf diese Fragen. Das Ergebnis war eine Handvoll an Rubriken. So bildeten sich unter anderem ‚Kritisch Politisch‘, ‚Geschichten aus dem Alltag‘ oder auch ‚Gerüchteküche‘ als Themenschwerpunkte für den Azubi-Blog heraus. Eine Auswahl an fertig gestalteten Vorlagen für Websites (Templates in WordPress) lieferte eine erste Vorstellung davon, wie der Azubi-Blog in Zukunft aufgebaut und strukturiert sein kann.
Am Tag zwei wurde im Winter aus dem Konzept ein handfestes Projekt mit Perspektive
Ganz nach dem Motto „Learning by Doing“ übten die Teilnehmer im Digital Labor auf diese Weise gleich das Einstellen der Inhalte auf der Blog-Plattform. Aus den Azubis wurden an nur einem Tag Blogger, die mit viel Spaß, tollen Ideen und großer Motivation den Blog mit Leben füllten.
Davon, wie dieser Einsatz auch im stressigen Azubi-Alltag organisierbar ist, hatten die Blogger eine klare Vorstellung. Zunächst soll in Zukunft mindestens ein Beitrag pro Woche auf dem Azubi-Blog erscheinen. Damit verfasst jeder Azubi in einem Rhythmus von sieben Wochen einen Beitrag zu einer Rubrik seiner Wahl.
In den kommenden Wochen wird außerdem noch weiter an den technischen Einstellungen gebastelt. So lange ist der Azubi-Blog nur für die Beteiligten sichtbar. Wer nun neugierig ist, muss sich noch bis Frühjahr 2016 gedulden. Dann wird der Blog schließlich ins Netz gestellt und ist auch für die Öffentlichkeit sichtbar.
UPDATE 15. März 2016: Der Caritas-Azubi-Blog ist nun live. Schaut rein und kommentiert

Versuchter Totschlag an der Altenpflege

In der vergangenen Woche hat das Bundeskabinett von Frau Merkel den Entwurf zu einem neuen Pflegeberufsgesetz beschlossen. Bei aller gemeinsamen öffentlichen Euphorie von Politik und Berufsverbänden sage ich hier: „Das geht in die Hose!“ und habe dabei den Eindruck „einsamer Rufer“ zu sein.
Meiner Meinung nach wird nun aus den drei bewährten Berufen Alten-, Kranken- und Kinderpflege ein vermeintlich neues Berufsbild kreiert, tatsächlich aber vielmehr die Krankenpflegeausbildung überarbeitet, die beiden eigenständigen Berufsbilder der Altenpflege und Kinderpflege aber „getötet“. Praktisch ist dies das Ende der eigenständigen Altenpflege.
Caritas_Köln_376x264x4c Korrektur 1Mumps ist nicht Demenz und Scharlach nicht Depression: Krankheiten des Alters unterscheiden sich von denen eines Kindes. Und besondere Anforderungen an Umgang und Empathie zu den jeweiligen Lebensphasen eines Menschen sind auch nicht wegzureden. Es bleibt ein Unterschied ein krankes Kleinkind oder einen dementen Älteren zu betreuen.
Deshalb ist die bisher unterschiedliche Ausbildung des Personals absolut sinnvoll. Weiterlesen

Aktion Altenpflege Köln – Informations- und Aktionsstände am 28. Oktober auf der Schildergasse

Die Aktion Altenpflege Köln präsentiert am 28. Oktober von 12:00 bis 18:00 Uhr Informations- und Mitmach-Aktionen auf der Schildergasse. Welche interessanten Aufgaben bietet die Arbeit in der Pflege? Wie sind die beruflichen Chancen und Möglichkeiten? Um der Öffentlichkeit den Wert der Pflege und die umfangreichen Beschäftigungsmöglichkeiten aufzuzeigen, präsentiert die Kölner Aktion Altenpflege am 28. Oktober auf der Kölner Schildergasse den Bürgern ein buntes Informationsprogramm. Auf der Bühne eines Medientrucks werden Schülerinnen und Schüler aus der Pflege und Vertreter des Aktionsbündnisses vorgestellt und befragt; Mitmach-Aktionen und Infostände laden die Passanten zur Information und eigenem Erleben ein. So können beispielsweise Wahrnehmungs- und Bewegungsstörungen mittels eines Age-Explorers nachempfunden werden, herausgefunden werden, wann und wie Hände richtig gewaschen und desinfiziert sind oder das eigene Wissen bei einem Memory Spiel überprüft werden. Sven Caßebaum, Leadsänger der Kölner Band „5vor12“, sorgt am Nachmittag für das musikalische Rahmenprogramm.

895 Schülerinnen und Schüler werden aktuell in Köln zu Pflegefachkräften ausgebildet. Aus allen Fachbereichen stellen sich Vertreter und Vertreterinnen den interessierten Fragen des Publikums.

Herzliche Einladung an alle Interessierte.

Kundenorientierung aus Kassensicht!

Während alle Welt von Endbürokratisierung in der Pflege spricht, läuft die Deutsche Angestelltenkrankenkasse (DAK) zu neuen unrühmlichen Höchstformen auf. Versicherte, die eine Verordnung häuslicher Krankenpflege beispielsweise in Form des An- und Ausziehens von Kompressionsstrümpfen, der Medigabe, den s.c.-Injektionen oder Medikamente stellen erhalten haben, wird einige Tage die häusliche Krankenpflege genehmigt und der darüber liegende Zeitraum abgelehnt. Zunächst wurden die Versicherten aufgefordert einen Fragebogen zur Verordnung häuslicher Krankenpflege auszufüllen. Dabei sollten die Versicherten ausführlich schildern, warum sie die beantragte Maßnahme nicht selbst übernehmen können. Daneben sollten die Personen, die im Umfeld leben, also Angehörige, Freunde oder Nachbarn, aufgeführt und für diese angegeben werden, ob diese die Leistungen übernehmen können. Sodann wurde abgefragt, wie die Kunden ihre Ärzte aufsuchen und ob eine Anleitung durch medizinisches Fachpersonal gegeben werden soll. Einfacher ist es für diejenigen, die Pflegeleistungen erhalten. Bei Beziehern von Pflegeleistungen wird – ohne Fragebogen! – gleich darauf abgestellt, dass die eingetragenen Pflegepersonen die so genannte „einfach Behandlungspflege“ ebenfalls erbringen können. Weiterlesen

Klar, offen und überzeugend!

Auf Einladung der Kölner Landtagsabgeordneten Serap Güler (CDU), die sich in diesem Sommer intensiv über die Situation in der Pflege informierte, besuchte uns am 26.08.2015 Karl-Josef-Laumann, Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit und Bevollmächtigter der Bundesregierung für Patienten und Pflege, im Caritas-Altenzentrum St.Josef-Elisabeth in Köln-Mülheim. Neben einer Besichtigung des Hauses und Gesprächen mit pflegebedürftigen Bewohnern und Mitarbeitern, stellte Herr Laumann vor rund 50 Zuhörerinnen und Zuhörern, die sich bunt gemischt aus Bewohnern des Hauses, Angehörigen, Gästen der lokalen Politik und Vertretern der Pflege aus Köln zusammensetzten, die Ziele und Strategien der Weiterentwicklung der Pflege in Deutschland aus seiner Sicht dar. Auch in der folgenden offenen Diskussion mit dem Publikum zeigte sich ein aufmerksamer und ehrlicher, zudem sehr authentischer Politiker.
Ich muss hier wirklich anerkennen, ohne mich als Parteifreund der Beiden bekennen zu müssen, dass wir als Menschen in der Pflege mit Herrn Laumann und auch dessen Minister Gröhe offensichtlich überzeugte und überzeugende Gestalter der Weiterentwicklung der Pflege erleben dürfen, die mit klaren Konzepten und dem Blick auf das Machbare offensichtlich endlich die lange geforderten und erwarteten Reformen in der Pflege auf den Weg bringen wollen. Weiterlesen

Hauptsache „satt“ und „sauber“? Würdevoll Pflegen ist mehr.

Bei einer Podiumsdiskussion im Domforum hat Christine Sowinski, Referentin vom Kuratorium Deutsche Altenhilfe KDA, einige aus meiner Sicht spannende Thesen aufgestellt. Hier Ihre Kernthesen:
1) Leidet die Gesellschaft an einer „Pflege- Phobie?“ Die mediale Aufbereitung des Thema “Pflege“ z.B. im Fernsehen scheint ein großangelegter gesellschaftlicher Abwehrprozess gegen die eigenen Sterblichkeit und das Erleben von Krankheit und Leid zu sein, z.B. durch Skandalisierung, Täter und Opfer- Zuschreibungen.
2) In der Diskussion um Pflege werden mindestens drei Dinge in unzulänglicher Weise vermischt, erstens die soziale Situation des älteren Menschen z.B. seine Einsamkeit, zweitens das Kranksein und das Sterben und drittens die professionelle Begleitung. Es erscheint zum Teil so, als würde z.B. der Prozess der Demenz durch schlechte Pflege entstehen. Damit wird Pflege schnell zum „Sündenbock“.
3) Verschlimmern wir in der Pflege durch ungeschicktes Agieren unsere Situation durch Aktionen wie „Pflege am Boden“, in der stationären Pflege durch Pausen im Wohnbereich („Immer wenn ich zu Besuch komme, sitzen die nur da, rauchen und trinken Kaffee“), Jammern („Keiner erkennt uns an“.)
Wie kommen wir weiter? Was sind selbstgemachte Probleme, wo braucht Pflege Unterstützung der Gesellschaft auch finanzieller Art? Weiterlesen

Verbesserung der Hospizversorgung angekündigt – da fehlt noch was!

 

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat früher als von vielen erwartet einen Gesetzentwurf vorgelegt, mit Hilfe dessen die Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland verbessert werden soll. Ich vermute, dass die Diskussion um den ärztlich assistierten Suizid, die an vielen Stellen auch darauf aufmerksam macht, dass es dringend erforderlich ist, die Rahmenbedingungen für ein menschenwürdiges Sterben zu verbessern, hierzu beiträgt.

 

Im Mittelpunkt steht laut Gröhe das Ziel,, Schwerkranke und Sterbende bestmöglich zu betreuen und zu versorgen. Weiterlesen

Weg mit den Pflegenoten? Ja gerne!

Weg damit!

Seit 2009 gibt es jedes Jahr Noten für die Pflegeheime und ambulanten Dienste. CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn nennt diesen „Pflege-TÜV“ nun ein Desaster – er tauge rein gar nichts. Jens Spahn zieht ein vernichtendes Fazit zu den Prüfsystemen: „So, wie das heute läuft, ist es einfach nur ein Desaster“, erklärte Spahn in der „Süddeutschen Zeitung“. Ergebnis des Notensystems für Pflegeheime und bürokratischer Aufwand passten nicht zusammen.

Da hat Herr Spahn vollkommen Recht! Weiterlesen