Demokratie und Kirche

Der Vizepräsident des deutschen Bundestages Johannes Singhammer (CSU) fordert die Kirchen in politischen Fragen zu mehr Zurückhaltung auf und Markus Söder (CSU) wünscht, die Kirche solle sich darauf konzentrieren, der Mission Jesu zu folgen.

Gerade in Zeiten von Populismus, demokratiefeindlichen Tendenzen und menschenverachtender Hetze ist jedoch das genaue Gegenteil zwingend erforderlich. Kirche ist nicht als Demokratie verfasst, sie kann auch keine Demokratie sein. Es ist Kirche nicht möglich, demokratisch zu beschließen, sich von der Botschaft Jesu Christi als Fundament christlichen Glaubens zu trennen. Der Auftrag zur Evangeliumsverkündigung ist Kirche gegeben und kann nicht durch Mehrheitsentscheidungen abgeändert werden. Genauso wenig ist es möglich, Kirche die Staatsform Demokratie überzustülpen. Aber Kirche muss wichtige Unterstützerin demokratischen Lebens in unserer Gesellschaft sein. Kirche muss sich, insbesondere weil sie in Ihren eigenen Strukturen wenig demokratisch ausgebildet ist, bedingungslos an die Seite der demokratischen Staatsform stellen.
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„Du siehst mich“ – Von einem ganz besonderen ev. Kirchentag in Berlin

Von einem ganz besonderen evangelischen Kirchentag in Berlin und Wittenberg: 500 Jahre Reformation – ein markanter Jahrestag.

Du siehst mich…“ – Ein provokantes Motto in Zeiten, die geprägt sind von Instagram, Smartpohones , selfi´s , Online- und Printmedien, und last but not least dem Fernsehen….

Auch das kommt zur Sprache bei diesem Kirchentag : Bilder die verharmlosen, Bilder, die die Not virtuell in unser Leben bringen und zugleich politische Haltungen und Handlungen evozieren. Bilder, die Menschen emotionalisieren, Bilder, die mit Ängsten spielen – immer wieder auch  mit Blick auf  Einschaltquoten. Ist dieser Blick durch die Fotolinse gemeint ? Bestimmt nicht.

Am frühen Mittwochmorgen fahre ich mit knapp 50 mir nicht bekannten Personen einer evangelischen Gemeinde aus Hennef mit dem Bus  nach Berlin. Zu Gast sind wir in einer evangelischen Schule in Steglitz. Mit Matratze und Schlafsacke; aber mit liebevoller Versorgung der Eltern und Lehrer.

Nach dem Eröffnungsgottesdienst mit  70 000 Gästen lädt der Abend zu Begegnung bei Linsensuppe, Fallafel und Kartoffelsuppe, Couscous , Bratwurst , Currywust , Schmalzbroten, Gurken aus dem Spreewald, gegrilltem Gemüse  und Livemusik ein.

Morgens beim leckeren Frühstück drehen sich die Gespräche besonders um den Besuch von Barack Obama. Anna, die mit in der Schule übernachtet, hat sich den Wecker  besonders früh gestellt. „Ich möchte nicht zu weit hinten stehen, dann sehe ich nichts mehr“. Hier in Berlin gibt es an sensiblen Zonen und bei besonderen Veranstaltungen intensive Taschen und Einlasskontrollen. Mich lockt es nicht zu Obama. Der gemeinsame Auftritt mit Angela Merkel vor dem Brandenburger Tor lässt doch zu sehr an den aktuellen Wahlkampf denken. Aber es gibt auch Stimmen beim Frühstückstisch, die anderer Meinung sind „beide Politiker vertreten christliche Werte in der Politik, das soll auf dem Kirchentag auch Platz finden können“. Weiterlesen

Ubi caritas ….

Mitunter möchte ich mich als Christin auch wegducken oder empfinde so etwas wie „Fremdschämen“ wenn ich aktuelle Äußerungen hochrangiger Kirchenvertreter höre, wo katholische Familien gegen muslimische Familien aufgerechnet werden.
Und dann sitze ich mit engagierten Ehrenamtlichen in einer Runde zusammen, die Sorge haben, dass ihre Tätigkeit in der Vermittlung von Kontaktwünschen alter Menschen mit Freiwilligen bei Kölsch Hätz nicht kirchlich genug ist, dass sie ja mit und für Menschen arbeiten, die sich manchmal ganz weit von der Amtskirche entfernt haben.
Und dann fällt mir dieser Text von Oscar Romero in die Hände … Weiterlesen