Internationaler Frauentag wird ein gesetzlicher Feiertag in Berlin – ein Grund zur Freude?

Keine Frage: Der Internationale Frauentag am 08. März ist nach wie vor wichtig, solange weltweit immer noch Frauen aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt werden, Frauen nicht die gleichen Rechte wie Männer haben, sie Gewalt ausgesetzt sind, weniger Lohn für die gleiche Arbeit erhalten. Ja, wir brauchen den Internationale Frauentag immer noch, um für gleiche Rechte für Frauen weltweit zu kämpfen und öffentliche Aufmerksamkeit zu bekommen.

Aber muss es gleich ein gesetzlicher Feiertag als Signalwirkung sein? In Berlin hagelt es nach dieser Entscheidung viel Kritik, – auch von Frauen. Die Journalistin Ulrike Bieritz, aufgewachsen in der DDR, stellt in ihrem Kommentar im Kulturradio RBB vom 24.01.2019 den Frauentag als gesetzlichen Feiertag grundsätzlich in Frage. Ihr drängen sich Erinnerungen auf, wie der Internationale Frauentag in der DDR begangen wurde – für sie eine Farce. Mit der vermeintlichen Geschlechtergerechtigkeit dort war es schließlich nicht weit her. Erich Honecker hielt am Internationalen Frauentag eine Rede, Frauen bekamen einen Strauß Nelken geschenkt, die Küche bliebe an dem Tag kalt. Frauen sollten und konnten zwar einigermaßen gleichberechtigt arbeiten, aber im privaten Bereich wurde die Verantwortung für Haushalt und Kinder nicht geteilt, sondern lag, wie im Westen auch, bei den Frauen. 

Weitere Fragen drängen sich auf: Wie kommt es, dass in Zukunft nur in Berlin der Internationale Frauentag ein Feiertag sein soll? Was ist mit NRW? Läuft hier alles so rund? Sind wir hier alle so gleichberechtigt, dass wir es nicht nötig haben, dieses Thema mit einem gesonderten Feiertag herauszuheben? Und außerdem ist die globale Ungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern doch ein Grundsatzproblem und steht an diesem Gedenktag besonders im Fokus.
Oder birgt ein solcher Feiertag grundsätzlich die Gefahr, zum Alibi zu verkommen, wie es in der DDR gewesen ist, als Frauen ebenfalls Menschen zweiter Klasse waren? Wenn wir um gleiche Rechte und gleiche Bezahlung für alle ringen, darf es überhaupt einen herausgehobenen Tag geben, der schon allein durch seine Existenz eine Ungleichheit manifestieren könnte?

Es gibt dazu keine einfache Antworten. Was ist Eure Meinung?

 

Über den Autor

Marianne Jürgens,
Pressesprecherin und Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, sorgt dafür, dass die Stadt über die Caritasarbeit spricht.


Das begeistert mich:

Sobald Musik erklingt, gibt es kein Halten mehr: Ein Leuchten im Gesicht des 91-jährigen Herrn Schmitz. Herr Schmitz tanzt mit Rollator und Herr Schmitz tanzt mit dem 5-jährigen Jordi. So geschehen beim Caritas-Tanzprojekt „come 2 move – gelöste Grenzen“. Caritas und Kunst: Das berührt die Seele von 60 Teilnehmern aller Generationen mit und ohne Handicaps und von Zuschauern gleichermaßen. Wunderbare Wege der Sozialarbeit...


Zu meinem Ärger:

Die gesellschaftliche Realität macht nicht vor der Kirchentür halt. Der Fall einer gekündigten Leiterin eines katholischen Kindergartens in Königswinter, die nach der Trennung von ihrem Mann in einer neuen Beziehung lebt, ist nur einer von vielen. Sind Katholiken beim Arbeitgeber Kirche angestellt, werden solche Lebensbrüche direkt zur Existenzfrage. Und der Kirche gehen menschlich kompetente, engagierte und angesehene Mitarbeitende verloren.

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