Acht neue Stadtteileltern für den Kölner Süden

Feierliche Zertifikatsübergabe am 31.05.2022 im Rautenstrauch-Jost-Museum: Acht neue Stadtteileltern für Meschenich und Rondorf wurden auf die Bühne gerufen. Leuchtend blaue Schärpen mit der Aufschrift ihres neuen Titels „Stadtteileltern“ Zertifikat nahmen sie strahlend von ihrer Kurs-Koordinatorin Frau Helena Rotenberg entgegen.

Gemeinsam mit ihren neuen Kolleginnen und Kollegen aus Köln-Chorweiler erhielt die sechssprachige Gruppe aus dem Kölner Süden – bestehend aus 4 Frauen und 2 Männern aus dem Irak sowie 2 Frauen aus Rumänien – an diesem Vormittag vor bedeutenden kulturhistor ischen Exponaten aus aller Welt ihren Ritterschlag zur Aufnahme der neuen Tätigkeit. Dafür haben sie immerhin sechs Monate lang diszipliniert trotz Corona-bedingt ständig neuen Regelungen an der intensiven Qualifizierung erfolgreich teilgenommen.

Liebevolle Worte für ihren neuen engagierten Weg erhielten sie von Herrn Kai Sterzenbach, Geschäftsführer der Lernenden Region e.V. und Herrn Walter Schüller, dem Leiter der Volkshochschule Köln. Die beiden Trägerverbände haben die umfangreiche Qualifizierung durchgeführt. Da es sich bei dem Programm um ein berufsqualifizierendes Engagement der Stadt Köln handelt, sprach auch Frau Beatrix Kastner, Geschäftsbereichsleiterin des Jobcenters Köln Süd und damit der Behörde, die die weitere Begleitung der Stadtteileltern nun in einem Verbund mit dem Caritasverband für die Stadt Köln e.V. im Kölner Süden und dem Fitz e.V. für Köln-Chorweiler unter der Koordination der Lernenden Region e.V. fortführt. Unterstützt wird das Projekt von der Auridis Stiftung gGmbH.

Das Projekt Stadtteileltern hat in Köln Tradition: Bereits 2010 wurden die ersten – damals noch „Stadtteilmütter“ genannten – qualifizierten Ehrenamtlichen in ihren jeweiligen Sozialräumen tätig. Sie sind dazu ausgebildet, neu zugezogenen Familien in ihrem Veedel durch Begleitung „auf Augenhöhe“ mit viel Information, Hilfe beim Übersetzen und der Durchführung von Elterncafés in Familienzentren das Ankommen in der Stadt zu erleichtern. Die aktuell qualifizierten Stadtteileltern können, wie auch die bereits 2018 erfolgreich zertifizierte Gruppe, nach 18 Monaten praktischer Mitarbeit in Kölner Institutionen eine Berufsqualifizierung absolvieren.

Darauf bereiten sie sich nun neben ihrer praktischen Tätigkeit vor. Aufbauende Deutschsprachkurse, regelmäßige Treffen mit ihrer Koordinatorin und weitere qualifizierende Bildungsmodule stehen in den nächsten Monaten auf ihrer Agenda.

Ob es schwer war, diese Qualifizierung durchzuhalten: „Es war viel, ja, aber vor allem viel Neues und Interessantes und die Gruppe war so sympathisch.“ Was ist das Schönste, das sie bisher als Stadtteilvater erlebt haben. „Ich habe schon einmal in einem Kindergarten für die Eltern und die Leiterin übersetzt. Das war toll, dass ich mit meiner Sprache Kurdisch hier ein wichtiges Gespräch unterstützen konnte. Ich sehe jetzt, dass ich hier auch etwas leisten kann und das gibt mir Hoffnung auf eine gute Zukunft für meine Familie und mich.“ (Zitat: Stadtteilvater N. H. Khalaf)

Das Projekt erhält stadtweit und regional Anerkennung und Beachtung.

Viele sind sich darüber einig, dass es eine der wichtigsten sozialen Ressourcen im Stadtteil darstellt. Während der Corona-Lockdown-Phasen haben die Stadtteilmütter und -väter durch ihr Engagement, wie beispielsweise Familien in der Quarantäne versorgen, Masken nähen, beim Informieren und bei den Impf-Events helfen uvm. sicherlich Menschenleben in diesem Stadtteil gerettet.

Danke für diesen Beitrag an unsere Kollegin Katja Hendrichs, die im Caritas-Zentrum Meschenich arbeitet und u.a. als Veedelslotsin am Kölnberg tätig ist.

Über den Autor

Marianne Jürgens,
Pressesprecherin und Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, sorgt dafür, dass die Stadt über die Caritasarbeit spricht.


Das begeistert mich:

Sobald Musik erklingt, gibt es kein Halten mehr: Ein Leuchten im Gesicht des 91-jährigen Herrn Schmitz. Herr Schmitz tanzt mit Rollator und Herr Schmitz tanzt mit dem 5-jährigen Jordi. So geschehen beim Caritas-Tanzprojekt „come 2 move – gelöste Grenzen“. Caritas und Kunst: Das berührt die Seele von 60 Teilnehmern aller Generationen mit und ohne Handicaps und von Zuschauern gleichermaßen. Wunderbare Wege der Sozialarbeit...


Zu meinem Ärger:

Die gesellschaftliche Realität macht nicht vor der Kirchentür halt. Der Fall einer gekündigten Leiterin eines katholischen Kindergartens in Königswinter, die nach der Trennung von ihrem Mann in einer neuen Beziehung lebt, ist nur einer von vielen. Sind Katholiken beim Arbeitgeber Kirche angestellt, werden solche Lebensbrüche direkt zur Existenzfrage. Und der Kirche gehen menschlich kompetente, engagierte und angesehene Mitarbeitende verloren.

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