Fairness ist nicht nur während der olympischen Spiele angesagt

Gold, Silber, Bronze – aktuell finden die olympischen Spiele statt. Toll, wenn „wir“ viele Medaillen holen. Sportliche Höchstleistungen und Bestnoten sind angesagt.
Alle Nationalitäten sind am Start, alle haben eine Chance…
Es wäre toll, wenn auch hier bei uns alle Nationalitäten eine Chance, mehr als eine Start-Chance, hätten. Letzte Woche hat die Antidiskriminierungsstelle des Bundes eine Studie veröffentlicht, dass über 40% aller Zuwanderer sich auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt diskriminiert fühlen. Sie fühlen sich nicht nur so, sie werden diskriminiert! Das sagt uns die Praxis unseres Caritas-Antidiskriminierungsbüros, das sagen uns viele Erfahrungsberichte von Menschen diverser Nationalitäten, Ethnien und Hautfarben. Wir hätten sogar angenommen, dass es weit über 50 % sind. Wo bleibt da die Fairness? Die Chancengleichheit?

Die Antidiskriminierungsstelle hat festgestellt, dass viele „Menschen mit Migrationshintergrund“ auch gegenüber dem Thema sensibler seien. Ja, sie sind „gebrannte Kinder“, und doch trauen sich viele nicht, über Diskriminierungserfahrungen zu sprechen. Umso sensibler müssten eigentlich Institutionen und Behörden sein, mit Menschen diverser kultureller und religiöser Zugehörigkeit umzugehen. Die Institutionen und die Mitarbeitenden, die das am besten schaffen, die haben eine Medaille verdient! Und die, die Diskriminierung aufdecken, auch!

Über den Autor

Monika Kuntze sorgt als Geschäftsfeldleiterin Integrations- und Familienhilfen für passgenaue Beratung und Angebote für Flüchtlinge, Zuwanderer, Kinder, Jugendliche und Familien.

Das begeistert mich: Begegnungen mit anderen Menschen, Kulturen und Religionen. Diese Vielfalt erlebe ich in unseren Caritas-Kitas, wenn die Kinder unabhängig von Vorurteilen miteinander spielen, wo das Miteinander, dass Verbindende im Vordergrund steht.
Diese Begegnungen bringen Vielfalt, vor allem aber bereichern sie.

Mich ärgert: Toleranz und Begegnung auf „Augenhöhe“, Globalisierung, soziale/kulturelle Vielfalt sind Herausforderungen unserer Zeit. Die Realität sind rechtsextreme, fremdenfeindliche und antisemitische Tendenzen. Junge Migrantinnen und Migranten erleben Diskriminierung in den Bereichen Schule, Ausbildung und Beruf, aber auch in Freizeit, Sport und im alltäglichen Leben.

Wir Christen müssen gemeinsam mit ihnen und vielen anderen in dieser wichtigen Frage Flagge zeigen und eine klare Position der Nachfolge Jesu in der Kölner Stadtgesellschaft beziehen. Alles ist in dem einen Satz zusammengefasst: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“

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