Bildung und Teilhabe – BuT = Bürokratisch und Teilnahmslos

Huch, was ist denn nun los? Scheinbar gibt es ja doch ein paar Familien, die auf staatliche Unterstützung angewiesen, nach über anderthalb Jahren  endlich über alle bürokratischen Stolpersteine geklettert sind und einen Antrag auf Bildung und Teilhabe gestellt haben – laut Kölner Stadtanzeiger  mittlerweile immerhin 41 311. Eigentlich Grund zur Freunde, ärgerlich nur, wenn die kommunale Bürokratie scheinbar gar nicht über die organisatorische Infrastruktur verfügt, alle Anträge rechtzeitig zu bearbeiten. 

Aber es gibt ja immer ein paar Gutmenschen, die in die Bresche springen: Lehrer, die aus der privaten Kasse gerne mal die nötigen Euros vorstrecken, damit auch kein Kind bei der Klassenfahrt zurückbleiben muss. Oder die Caritas, die bei der schuljährlichen Vorfinanzierung des täglichen Mittagessens auf Eurobergen erst mal sitzen bleibt.

Grotesk muten dabei Versprechen an, wie etwa jenes, dass in Zukunft alle Anträge mit besonderer Dringlichkeit umgehend, spätestens aber nach zwei Werktagen bearbeitet sein sollen. Die Realität sieht anders aus. So berichtet Tim Westerholt, Leiter Kooperation Schule im Caritasverband, von unerreichbaren Sachbearbeitern, unbeantworteten postalischen Anfragen, falsch zugestellten Bildungsgutscheinen oder gar im Briefkasten verschwundenen Anträgen.

„Bildung und Teilhabe“ – BuT, drei Buchstaben, die wohl eher mit „Bürokratisch und  Teilnahmslos“ übersetzt werden sollten. 41 311 Anträge – das klingt nach sehr viel, und dennoch ist damit nicht mal die 50% Marke der Antragsberechtigten erreicht. Das Paket geht an den Familien vorbei! Angesichts des bereits jetzt schon bestehenden „Verwaltungsstaus“ könnte man fast sagen zum Glück.

Über den Autor

Monika Kuntze sorgt als Geschäftsfeldleiterin Integrations- und Familienhilfen für passgenaue Beratung und Angebote für Flüchtlinge, Zuwanderer, Kinder, Jugendliche und Familien.

Das begeistert mich: Begegnungen mit anderen Menschen, Kulturen und Religionen. Diese Vielfalt erlebe ich in unseren Caritas-Kitas, wenn die Kinder unabhängig von Vorurteilen miteinander spielen, wo das Miteinander, dass Verbindende im Vordergrund steht.
Diese Begegnungen bringen Vielfalt, vor allem aber bereichern sie.

Mich ärgert: Toleranz und Begegnung auf „Augenhöhe“, Globalisierung, soziale/kulturelle Vielfalt sind Herausforderungen unserer Zeit. Die Realität sind rechtsextreme, fremdenfeindliche und antisemitische Tendenzen. Junge Migrantinnen und Migranten erleben Diskriminierung in den Bereichen Schule, Ausbildung und Beruf, aber auch in Freizeit, Sport und im alltäglichen Leben.

Wir Christen müssen gemeinsam mit ihnen und vielen anderen in dieser wichtigen Frage Flagge zeigen und eine klare Position der Nachfolge Jesu in der Kölner Stadtgesellschaft beziehen. Alles ist in dem einen Satz zusammengefasst: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“

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