Flucht vor dem Tod – aber doch bitte nicht zu uns

…“wer ein besseres Leben will, muss auch den Tod riskieren.“

Dem Krieg in Syrien entkommen und auf dem Weg nach Europa gestorben.

Ein Kontingent von 7.000 Flüchtlingen aus Syrien hat unser Innenminister nach Deutschland einreisen lassen, ein bisschen helfen, damit es nicht so auffällt, wie wenig Deutschland eigentlich tut.

Der Bürgerkrieg in Syrien fordert täglich viele Opfer. Welch ein unendliches Leid und Trauer durchleben die Menschen in Syrien. Millionen Menschen fliehen vor diesem grausamen Krieg. Syrien liegt in Trümmern. Das Weltkulturerbe Aleppo ist eine Ruinenstadt. Ein Drittel der syrischen Bevölkerung ist auf der Flucht.  20.000 nach Deutschland, in die Nachbarländer von Syrien 6 Millionen. Die Flucht über den Landweg ist unmöglich geworden, so dass nur noch die lebensgefährliche Route  über das Mittelmeer bleibt. Millionen entscheiden sich dafür, ihr Leben zu retten, auch wenn die Flucht gefährlich und die Zukunft ungewiss ist – alles ist besser, als in der täglichen Gefahr vor dem Tod leben zu müssen.

Nach wie vor herrscht bei vielen Politikern die Meinung, durch Abschreckung den Zuzug von Flüchtlingen zu verhindern und sich somit aus der Verantwortung zu stehlen, den Menschen hier in Deutschland ein lebenswürdiges Leben zu sichern.

Die Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge ist auch in der Bevölkerung nicht selbstverständlich. Wo Flüchtlingsunterkünfte entstehen, besteht häufig die Angst der Nachbarn darin, dass ihre Häuser einen Werteverlust erleiden und der Stadtteil seinen Charme verliert. Jeder ist sich eben doch der Nächste! „Natürlich müssen wir etwas für die Flüchtlinge tun, die Betroffenheit ist groß, aber doch nicht hier vor meiner Tür – am Gartenzaun endet die Bereitschaft häufig.“

 

Über den Autor

Monika Kuntze sorgt als Geschäftsfeldleiterin Integrations- und Familienhilfen für passgenaue Beratung und Angebote für Flüchtlinge, Zuwanderer, Kinder, Jugendliche und Familien.

Das begeistert mich: Begegnungen mit anderen Menschen, Kulturen und Religionen. Diese Vielfalt erlebe ich in unseren Caritas-Kitas, wenn die Kinder unabhängig von Vorurteilen miteinander spielen, wo das Miteinander, dass Verbindende im Vordergrund steht.
Diese Begegnungen bringen Vielfalt, vor allem aber bereichern sie.

Mich ärgert: Toleranz und Begegnung auf „Augenhöhe“, Globalisierung, soziale/kulturelle Vielfalt sind Herausforderungen unserer Zeit. Die Realität sind rechtsextreme, fremdenfeindliche und antisemitische Tendenzen. Junge Migrantinnen und Migranten erleben Diskriminierung in den Bereichen Schule, Ausbildung und Beruf, aber auch in Freizeit, Sport und im alltäglichen Leben.

Wir Christen müssen gemeinsam mit ihnen und vielen anderen in dieser wichtigen Frage Flagge zeigen und eine klare Position der Nachfolge Jesu in der Kölner Stadtgesellschaft beziehen. Alles ist in dem einen Satz zusammengefasst: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“

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