Kalk – ein Stadtteil der Vielfalt, oder?

„Wir haben Angst, uns durch unseren eigenen Stadtteil zu bewegen!“ Eine erstaunlich häufige Äußerung auf einer Anwohnerveranstaltung zur Frage der Aufnahme von Flüchtlingen. Die, die ihre Ängste äußern, sind mehrheitlich Seniorinnen und Senioren. Wie kommt es, dass es immer noch so viele Ängste gibt, hier, in Köln, wo alle, die mal Ausländerinnen waren oder noch Ausländer sind, schon lange in unserer Stadt integriert sind? An der vergleichsweise geringen Zahl von Flüchtlingen im Stadtteil kann es nicht liegen. Ist es die persönliche Reaktivierung von Ausgrenzungserfahrungen? Möchte niemand an frühere Zeiten erinnert werden? Ist es die oft Panik erzeugende mediale Berichterstattung? Ist es die verpasste Chance, mit den neuen Einwohnerinnen und Einwohnern im Stadtteil wirklich ins Gespräch zu kommen? Ja, es gibt auch befremdende und ausgrenzende Erfahrungen an Schulen. Aber die jüngere Generation kann offenbar wesentlich selbstverständlicher mit der kulturellen und sprachlichen Vielfalt unserer Stadtgesellschaft umgehen. Vielleicht braucht es mehr Kontakte zwischen einheimischen Seniorinnen / Senioren und einheimischen Einwanderergruppen? Braucht es mehr gegenseitige Wertschätzung von Lebensleistungen? Vielleicht ist einfach mal der Mut gefragt, eine Türkisch sprechende Frau auf Deutsch anzusprechen, ihr einen guten Tag zu wünschen? Oder wir setzen mal eine neue Idee um: Wir machen einen  interkulturellen Stadtteil-Spaziergang des Senioren-Netzwerks durch Kalk, Ehrenfeld oder Mülheim.

Ein Gastbeitrag, von Susanne Rabe-Rahman, Leistungsbereichsleiterin Integration und Beratung

Über den Autor

“Gast” ist das Profil unserer Gast-Autorinnen und Gast-Autoren, die für taufrische Geschichten von vor Ort sorgen. Denn egal ob von vorbildlichen Jugendprojekten oder schwierigen Teenagern, von Missständen in der Pflege oder rührenden Begegnungen im Altenheim, von Flüchtlings-Diskriminierung oder einer Willkommenskultur: Die Caritas-Mitarbeitenden in den verschiedenen Zentren, Einrichtungen und Projekten erleben die Spanne zwischen Freud und Leid täglich hautnah. Aus diesem Grund berichten in unserem Blog immer wieder Mitarbeitende der vielfältigen Caritas-Geschäftsfelder unter dem Profil “Gast”.

2 Kommentare zu “Kalk – ein Stadtteil der Vielfalt, oder?

  1. Angst hab ich (Mann, 75) kaum, Kontakt aber auch kaum. Ich hätte ihn gerne, aber mir fehlt der Griff, der Haken, der Anlass, Anknüpfungspunkt. Ich denke, da wäre Hilfestellung, Organisation nötig. Wäre das nichts für die SozialraumKooordinatorInnen?!?

    • Lieber Herr Friedi,
      ja, das wäre eine Möglichkeit… Aber je nachdem, wo Sie wohnen, gäbe es vielleicht auch einen anderen Anknüpfungspunkt. Wenn Sie wollen: Nehmen Sie einfach mal Kontakt zu mir auf!
      Herzliche Grüße
      Susanne Rabe-Rahman

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