Wem gehört die Stadt?

Nicht nur Brings haben einen Song mit diesem Titel aufgenommen. Seit Jahren gehen Demonstranten in Großstädten wie Berlin und Frankfurt mit der Frage “Wem gehört die Stadt?” auf die Straße und protestieren gegen “Heuschrecken” und Immobilienspekulanten in den Innenstädten.

Wem gehört die Stadt Köln? Es gibt nicht genügend bezahlbaren Wohnraum für Studenten, für Menschen mit niedrigen Einkommen und kinderreiche Familien. Unter anderem ist auch zu beobachten, dass Wohnungsbaugesellschaften zunehmend Sozialwohnungen abbauen und nach Sanierung als Eigentumswohnungen anbieten.
Attraktive Stadtviertel mit einer bisher gesunden Mischung von Alteingesessenen, Mittelständlern, Studenten und Niedrigverdienern verändern sich.
In begehrten Vierteln wie Belgisches Viertel, Sülz/Klettenberg, Südstadt und jetzt auch Agnesviertel werden Häuser nach und nach aufgekauft, die bisherigen Mieter verdrängt, weil sie nach den Luxussanierungen die Mieten nicht mehr zahlen können. Eine fataler Kreislauf: Niedrigverdiener drängen mehr in die Vororte und an den Stadtrand, die sozialen Probleme einer solchen Ghettoisierung sind bekannt. Und die einst attraktiven Viertel büßen ihren ursprünglichen Charme ein.

Und was ist mit Wohnraum für Flüchtlinge in Köln? Wo bleiben Menschen aus Rumänien und Bulgarien, die aus Armut nach Köln kommen und hier oft genug im Elend hausen?
Wo sind ausreichend barrierefreie Wohnungen, die angesichts der zunehmend älteren Bevölkerung dringend gebraucht werden?

Eigentum verpflichtet.
Hier ist nicht nur die Stadt gefragt, sondern jeder Eigentümer, entsprechend zu investieren und die Unterstützungsprogramme dafür zu nutzen. Der größtmögliche Profit bei der Vermietung ist nicht alles. Ein Vorteil für den Vermieter kann es schließlich auch sein, dass bei Menschen mit niedrigen Einkommen die Mietzahlungen häufig von der Stadt übernommen werden und damit garantiert zuverlässig und regelmäßig eingehen.

Über den Autor

Marianne Jürgens,
Pressesprecherin und Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, sorgt dafür, dass die Stadt über die Caritasarbeit spricht.


Das begeistert mich:

Sobald Musik erklingt, gibt es kein Halten mehr: Ein Leuchten im Gesicht des 91-jährigen Herrn Schmitz. Herr Schmitz tanzt mit Rollator und Herr Schmitz tanzt mit dem 5-jährigen Jordi. So geschehen beim Caritas-Tanzprojekt „come 2 move – gelöste Grenzen“. Caritas und Kunst: Das berührt die Seele von 60 Teilnehmern aller Generationen mit und ohne Handicaps und von Zuschauern gleichermaßen. Wunderbare Wege der Sozialarbeit...


Zu meinem Ärger:

Die gesellschaftliche Realität macht nicht vor der Kirchentür halt. Der Fall einer gekündigten Leiterin eines katholischen Kindergartens in Königswinter, die nach der Trennung von ihrem Mann in einer neuen Beziehung lebt, ist nur einer von vielen. Sind Katholiken beim Arbeitgeber Kirche angestellt, werden solche Lebensbrüche direkt zur Existenzfrage. Und der Kirche gehen menschlich kompetente, engagierte und angesehene Mitarbeitende verloren.

Ein Kommentar zu “Wem gehört die Stadt?

  1. Sie sprechen (schreiben) mir aus vollem Herzen. Ich würde so gern zwei Familien aus Syrien mit drei und vier tollen Kindern helfen, bezahlbaren Wohnraum zu finden! Aber für Familien mit mehr als ein oder zwei Kindern geht – trotz großer Anstrengungen – fast gar nichts. Das ist unabhängig von jeder Nationalität, aber total abhängig von knappen finanziellen Ressourcen und noch knapperem Angebot für Familien auf dem sozialen oder zumindest finanzierbaren Wohnungsmarkt.

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