Rechte Gewalt

Bei rechter Gewalt und Übergriffen denke ich an den NSU-Prozess, Anschläge auf Flüchtlingswohnheime, aber auch an rechte Schmierereien und diskriminierende Sprache wie z.B. von AFD-Politikern. Deshalb hatte die Caritas im Rahmen der Bundestagswahl die Kampagne „Wählt Menschlichkeit“ ausgerufen. Auf diesen Slogan haben wir auch auf den Bussen der Mobilen Jugendarbeit aufmerksam gemacht. Die Botschaft war; „Deine Stimme zählt. Wähle Menschlichkeit. Es geht dabei um unsere demokratischen Grundwerte und um die Entscheidung, in welchem Land wir in Zukunft leben möchten.“ Dieser Aufruf muss einigen Leuten nicht gefallen haben, denn unser Bus wurde mit „braunen Parolen“ beschmiert.
Unsere Reaktion darauf war dieses Schild, das wir an der Scheibe angebracht haben.

Menschenverachtende Einstellungen dürfen nicht unkommentiert im Raum stehen bleiben. Das Erteilen einer klaren Absage ist zwingend erforderlich, auch wenn das Gegenüber nicht immer überzeugt werden kann. Nur so kann verhindert werden, dass der Eindruck einer schweigenden Zustimmung entsteht. Und zusätzlich, dass die Parolen verkündende Person sich als „Gewinnerin bzw. Gewinner“ inszeniert oder sogar andere auf ihre Seite zieht.
Nach einigen Wochen kamen wir morgens zu unserem Bus und mussten feststellen, dass die Reifen zerstochen waren. Damit nicht genug, die Reifen ließen wir reparieren, um ein paar Tage später erneut vor zerstochenen Reifen zu stehen. Die Polizei nimmt eine Anzeige gegen Unbekannt auf, kann uns aber auch nicht sagen wie wir uns verhalten sollen.

Fassungslosigkeit, Wut und Unverständnis, wer hat es da auf uns, unsere Arbeit und unsere MitarbeiterInnen abgesehen?

Deshalb frage ich Euch /Sie, die diesen Text lesen, sollen wir eine erneute Botschaft in den Bus hängen und weiter in der Straße parken, in der die Angriffe stattgefunden haben?
Oder sollen wir einfach einen neuen Stellplatz für den Bus suchen?

Über den Autor

Monika Kuntze sorgt als Geschäftsfeldleiterin Integrations- und Familienhilfen für passgenaue Beratung und Angebote für Flüchtlinge, Zuwanderer, Kinder, Jugendliche und Familien.

Das begeistert mich: Begegnungen mit anderen Menschen, Kulturen und Religionen. Diese Vielfalt erlebe ich in unseren Caritas-Kitas, wenn die Kinder unabhängig von Vorurteilen miteinander spielen, wo das Miteinander, dass Verbindende im Vordergrund steht.
Diese Begegnungen bringen Vielfalt, vor allem aber bereichern sie.

Mich ärgert: Toleranz und Begegnung auf „Augenhöhe“, Globalisierung, soziale/kulturelle Vielfalt sind Herausforderungen unserer Zeit. Die Realität sind rechtsextreme, fremdenfeindliche und antisemitische Tendenzen. Junge Migrantinnen und Migranten erleben Diskriminierung in den Bereichen Schule, Ausbildung und Beruf, aber auch in Freizeit, Sport und im alltäglichen Leben.

Wir Christen müssen gemeinsam mit ihnen und vielen anderen in dieser wichtigen Frage Flagge zeigen und eine klare Position der Nachfolge Jesu in der Kölner Stadtgesellschaft beziehen. Alles ist in dem einen Satz zusammengefasst: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“

Ein Kommentar zu “Rechte Gewalt

  1. Ich bin schockiert. Die Arbeit, die alle im Team draussen machen ist so wertvoll und wichtig für unser Kölle, für unsere Gesellschaft und vor allem für die jungen Leute. In Kälte oder Regen, im Dunkeln oder im Sommer bei Hitze und Schwüle, trotz Alltagsstress, den wir leider heute alle mal haben, egal unsere Kollegin sind da, und machen eine tolke Arbeit, vor der ich den Hut ziehe. Ich sitze in der Verwaltung und sehe Zahlen, Anträge, Verwendungsnachweise und immer wieder den Kampf um Geld für Finanzierung, den Kampf mit Gesetzen, Richtlinien und versuche an dieser “Front“ zu helfen. Wut, Traurigkeit und Unverständnis. Das sind Stichwörter, die mir einfallen. Ich will einfach mal Danke für die tolle Arbeit meiner Kollegen/innen im gesamten Jugendbereich sagen. Ich wünsche Euch Kraft und uns allen Hoffnung, dass die Mitmenschlichkeit siegen wird.

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