Alarm am Lebensabend

Mit dieser Überschrift erschien in diesen Tagen ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung, auch im Hinblick auf die Vereinbarungen zwischen CDU/CSU und SPD bei den Koalitionsverhandlungen in Berlin.
8000 zusätzliche Pflegekräfte soll es geben. Ich frage mich, wo sollen die denn herkommen? Es gibt ja schon jetzt keine mehr.
8000 Pflegekräfte für ganz Deutschland – wir allein in der Caritas könnten in jeder der 8 Sozialstationen, 2-3 Pflegekräfte wenn nicht mehr gebrauchen! Das sogenannte Pflege-Konzept, was die Koalitionspartner miteinander ausgearbeitet haben, ist kein Konzept, sondern allenfalls eine erste, schnelle Nothilfe! Die Politik hat die ungeheure Dimension des Problems vielleicht erkannt – aber sie zieht daraus nicht die notwendigen Konsequenzen. Es ist in dieser Gesellschaft viel von Integration und Inklusion die Rede: Gilt das nicht für alte Menschen? Inklusion heißt Anerkennung, Respekt und Wertschätzung. Der Umgang mit älteren Menschen in der Pflege gleicht bisweilen einer Bestrafung dafür, dass diese Menschen alt geworden sind. Ohne die Familien, die sich um ihre Alten selber kümmern, wäre die Pflegeversicherung bankrott. Wer Pflege in der Familie nicht selber erlebt, hat wenig Ahnung davon, was dieses Kümmern bedeutet. Für Pflege zu Hause zahlt die Familie durch Gehaltseinbußen oder Finanzierung einer Billigkraft aus dem Ausland, die oft als Haushaltshilfe firmiert. Deshalb würde ich gerne jedem Entscheider in Politik oder Gesellschaft, den Pflegeimperativ vor Augen führen: Pflege die alten Menschen so, wie du selber einmal gepflegt werden willst!

Über den Autor

Maria Hanisch, Geschäftsfeldleiterin Ambulante Dienste: Ob Senioren, pflegebedürftige Menschen, Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung, mein Credo ist „Die Zukunft ist ambulant.“

Das begeistert mich:
Ich liebe Musik und hier vor allem Bach und seine Werke. Am Wochenende bin ich oft recht flott mit dem Rennrad unterwegs. Höhepunkt dieses schweißtreibenden Sports war meine Teilnahme am „Jederfraurennen“ Rund um Köln, Resultat: 10. Platz in meiner Altersgruppe.

Zu meinem Ärger:
Sozialpolitische Arbeit im Einsatz für Menschen mit Pflegebedarf oder Behinderung braucht Ideen und einen Blick über den Tellerrand. Es macht mich ganz wild, dass wir die Herausforderungen der Zukunft so halbherzig angehen und innovative Konzepte über Parteigrenzen und engen finanziellen Rahmenbedingungen nicht konsequenter vorantreiben.

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