Nachvollziehbar, glaubhaft und verantwortlich handeln: Auf dem Weg zum „Gläsernen Verband“

Mehr Transparenz in der Wohlfahrt – Nicht nur in Finanzfragen

Wissen Sie, wofür der Caritasverband in Köln Spendengelder verwendet? Wie viel verdienen eigentlich Vorstände beim Caritasverband? Und wer entscheidet eigentlich, wohin sich der Verband entwickelt und auf welcher Grundlage? In welchen Gremien oder Einrichtungen sind die Vorstände des Verbandes vertreten?

Fragen, deren Antworten in der freien Wirtschaft nahezu flächendeckend in den Geschäftsberichten nachzulesen und veröffentlicht sind. In der Sozialwirtschaft hinken wir hinterher: Die Transparenz der Verbände lässt zum Teil deutlich zu wünschen übrig, eine Situation, die der Caritasverband in Köln ändern möchte. Wir, als Anwalt der Benachteiligten in unserer Stadt und als Dienstleister für Menschen in Not, wir möchten auch in unserem wirtschaftlichen Handeln nachvollziehbar sein.

Aus diesem Grund haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, in diesem Jahr die Vorgaben der „Initiative transparente Zivilgesellschaft“ zu erfüllen und auch im Jahresbericht über das laufende Geschäftsjahr mehr Informationen zu veröffentlichen als gesetzlich vorgeschrieben. Ich bin davon überzeugt: Wir als Wohlfahrtsverbände tragen eine besondere Verantwortung dafür, nachvollziehbar und glaubwürdig zu handeln. Wir dürfen und wir wollen keine „Black Box“ sein. Dazu gehört auch, unsere Entscheidungen transparent darzulegen, deutlich zu machen, an welchen Institutionen wir finanziell beteiligt sind, wer unseren Aufsichtsgremien angehört und von welchen Institutionen wir finanziell gefördert und unterstützt werden. Transparenz bedeutet aber auch Klarheit: Viele dieser Informationen sind auch heute schon an verschiedenen Stellen online oder aber in verschiedenen Veröffentlichungen nachzulesen. Sie sind aber schwer und mühsam zu finden. Das werden wir in Zukunft ändern und auf unserem Internetauftritt gebündelt in der Rubrik „Transparenz“ nachlesbar machen.

Die Veröffentlichung von Lageberichten, des Geschäftsberichtes, eines Spendenberichtes und unserer Personalstruktur sind dabei selbstverständlich, aber auch Berichte, beispielsweise über die Vielfalt unserer ehrenamtlichen Möglichkeiten zum Engagement im Caritasverband können und wollen wir in Zukunft stärker in den Fokus rücken.

Transparenz bedeutet also nicht nur in Finanzfragen „gläsern“ zu werden. Wir wollen auch für uns und unsere Arbeit werben: Viele unserer Bereiche leben zu großen Teile von Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren. Hier wollen wir mit unserem Bericht darüber deutlich machen, dass es vielfältige Möglichkeiten gibt, auch in der Freizeit für Andere da zu sein und über Erfahrungsberichte von Aktiven zeigen, wie viel Freude und Spaß ein Ehrenamt bei der Caritas bringt. Aber wir wollen auch Kund_innen und Klient_innen sowie deren Angehörigen Angst nehmen und Hemmschwellen abbauen: Was wir in unseren Einrichtungen tun, wie wir es tun und mit wem wir es tun: Alles das muss nachvollziehbar sein und ist es zum Teil heute schon. Hier tragen wir, insbesondere weil wir nah am Menschen und in zum Teil intimen Bereichen arbeiten, eine besondere Verantwortung, der wir uns auch über die tägliche Praxis hinaus in unserer Rechenschaft stellen wollen.

Aber wir wollen auch darüber nachdenken, in welchen Bereichen unserer Angebote und den Beziehungen zu Kund_innen und Klient_innen oder Angehörigen wir besser werden können. Die Diskussion beispielsweise darüber, ob Angehörige von Menschen, die in einer stationären Einrichtung oder durch unseren ambulanten Pflegedienst betreut werden, Einsicht in die Pflegedokumentation bekommen sollten und in welcher Form das für alle Beteiligten sinnhaft sein kann, wollen wir gern führen. Hier spiegeln sich auch durchaus die Wünsche unserer Kund_innen und deren Angehörigen wider, deren Anliegen wir ernst nehmen wollen. Denn klar ist: Unsere Arbeit soll den Menschen im Mittelpunkt behalten. Das geht aber nur gemeinsam und gelingt nur dann, wenn wir als Verband glaubhaft und nachvollziehbar sind und bleiben.

 

Über den Autor

Peter Krücker: als Sprecher des Vorstandes bin ich für alle Leistungen der Kölner Caritas der Letztverantwortliche. Gemeinsam mit meinem Kollegen Hubert Schneider bilde ich den Vorstand - bin sozusagen der Chef.

Was mich begeistert: Mut und Initiative, klare Worte und deutliche Meinungen. Ich habs gerne, wenn Leute die "Ärmel aufkrempeln" und anpacken statt ständig nur rumzureden. Und mich begeistern meine beiden Kinder. Mit den Kinderaugen sieht die Welt manchmal völlig anders aus - und das Leuchten in den Augen haben zu viele Menschen schon verlernt.

Was mich ärgert: Ungerechtigkeit ! Das regt mich auf und da muss jeder den Mund aufmachen! Und wenn der Mund nicht aufgemacht wird, macht sich jeder zum Teil der Ungerechtigkeit. Und was mich noch ärgert, ist nörgeln und meckern statt besser machen. Dumpfes Gerede ohne Inhalte, Reden ohne Wissen, worum es wirklich geht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.